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Auslegung des sechzehnten Psalms.
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tigt, daß Ich nicht von Gott weichen, wider Ihn nicht murrenmöchte. Wir wollen von unscrn Anfechtungen reden, obwohl siegeringer sind. Wir wollen den David nehmen. David wird ausdem Lande vertrieben; sein Gewissen ist furchtbar durch Sündeverwundet. Er hatte den wackersten Mann morden lassen; erhatte dessen Weib an sich gerissen; er hatte zu vielfachem Aer-gcrniß Anlaß gegeben; wie vielfaches Unheil folgte nachher! Seinel Frauen wurden geschändet, und es kann nichts so Trauriges ge-nannt werden, was nicht zu der Zeit geschehen wäre. In die-sen großen Nöthen ist jedoch Gott sein Rathgeber, d. h., erfühlt sich mit Trost erfüllt, er halt den Glauben fest, sein Herzfällt nicht ab von Gott; Gott macht ihn stark, daß er Glaubenhält, und ihn nicht wegwirft; Er kräftigt sein Herz, daß ernicht zu Zorn und Lästerung gegen Gott hingerissen wird, wieSaul, der keinen Rath und keine Stärkung hat. Auch wir wol-> len um diesen Rath und diese Stärkung Gottes in unfern Nö-then bitten lernen. Im dritten Psalm heißt es: „Viele sa-gen von meiner Sele: Sie hat keine Hilfe bei Gott."Was für eine traurige Klage ist das! Und doch, spricht er: „Ich! weiche nicht von Dir!" Oder wie Hiob sagt: „Wenn mich
I auch der Herr tödten würde, so will ich doch auf
Ihn hoffen." (Hiob 13, 15.) Das also ist der Rath, von' dem hier die Rede ist.
„Auch züchtigen mich meine Nieren des Nachts."Man hat hier nicht bloß jene beiden Theile unfers Körpers, welcheeigentlich Nieren heißen, zu versteycn, sondern alle innern Theileüberhaupt; er nennt aber darum diese, weil er hier von sei-nen Leiden redet, weil jene Theile der Sitz der schmerzlichen Em-pfindungen sind, die eben davon den Namen: HypochondrischeLeiden, haben. Es sind das große Schmerzen, bei welchen dieganze Gegend der Seitenweichcn leidet. Bei heftiger Beklem-mung des Herzens wird, unserer innern Einrichtung gemäß, inder Milz schwarze Galle erregt, und weiter verbreitet. Das wirktstörend auf alle natürliche Verrichtungen in den zunächst liegen-den Thcilen ein, wie alle Diejenigen wissen, welche einmal eineliefere Niedergeschlagenheit und Traurigkeit empfunden haben.Manche wundern sich, woher jene schmerzhaften Empfindungenin der linken Seitenweiche kommen; wenn aber die Niederge-schlagenheit so groß ist, so ergießt sich jene Flüssigkeit in die be-nachbarten Theile; cs verstopft sich der Canal, der nach der Le-ber, oder von der Leber nach der Milz führt; die Ausleerung,