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Auslegung des sechzehnten Psalms.
auf einen Andern entweder gar nicht, oder doch nicht zunächstund in der Hauptsache Anwendung leiden; sondern durch den' Messias und um des Messias willen ist auch dem David
Erlösung zu Thcil geworden.
, Es führt aber dieser Psalm die Ucberschrift: „Ein golde-nes Kleinod Davids." Er wollte schon durch die Aufschrift' diese Weissagung auszeichnen. So hat ec andere Psalme: Die
! Rose, u. a. überschrieben; und wie das Alterthum überhaupt sei-
s nen Gedichten gern besondere, cigenthümliche Titel gab, so soll
auch diese Ueberschrift die Wichtigkeit dieses Psalms vor andernandeutcn. Obgleich derselbe eine Weissagung ist?, so ist doch diesel in der Form eines Gebets und eines Dankliedes dargcstellt. Der
! ganze Psalm ist Anfangs ein Gebet um Errettung, um Unter-
> stützung in Trübsal und Leiden. Bald wird die Ursache ange-
geben, warum jener Betende leide; dann folgt eine Danksagung! für empfangene Errettung, und eine Darstellung der Art undWeise derselben. Wenn man den Psalm so ganz einfach in seineBestandtheile zerlegt, dann erst wird der schöne Zusammenhangin demselben sichtbar.-
Den Anfang macht das Gebet. Er selbst betet zu Gott!
! „Bewahre mich, Gott, denn ich traue aufDich!" Dies Worte: „Ich habe gesagt zu dem Herrn: Du bist ja! derHerr!" sind nur eine Wiederholung. Die folgenden Worte:s „Ich muß um Deinetwillen leiden," enthalten den ein-! fachen Sinn: Ich dulde um Deinetwillen; ich bin von Dir undum Deinetwillen zerschlagen worden. Ich leiste Gott diesen Ge-horsam. Das stimmt überein mit der Stelle: „Siehe, ichkomme; im Buch ist von mir geschrieben; DeinenWillen, mein Gott, thue ich gern" (Ps. 40, 8. 9.);d. h., das ganze heilige Buch, die ganze göttliche Offenbarungdurch alle Propheten hindurch, redet vom Mir; sie versichert,dieser Messias werde gesendet, daß Er thue den Willen des ewi-gen Vaters. Darauf bezieht er sich; das Wahre stimmt zumWahren; es ist ein Ruf zum wahren Gott, Den Er selbst ver-kündigt: „Du bist Mein Gott!" nämlich, den Ich verkün-digt habe, der Du Meinem Evangelium Zeugniß gegeben hast;Dich ruf Ich an; zu Dir flehe Ich, Du wollest Mir Hilfegewähren! Das ist der Hauptgegenstand des Gebets. Nun folgtdie Absicht: „Für die Heiligen, so auf Erden sind, undfür die Herrlichen; an denen Hab' Ich alles MeinGefallen;" d. h., Ich leide für die Heiligen, und habe Freude
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