Evangelium Luk. 7, 11 — 17.
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! Wenden wir uns darum zu den christlichen Trostgründen.' Da haben wir vor Allem zwei Trostgründe hinzuzufügen, die deml Christenthum wesentlich eigen sind, nämlich das Bewußtseinder Gegenwärtigkeit Gottes; das fasset Viel, weil darinf zugleich die Vergebung der Sünden begriffen ist, — und die ge-! wisse Hoffnung der endlichen Befreiung oder Erleichterung.- Aus diesen beiden Trostguellen fließt neues Leben. Der philo-
^ sophische Trost ist bloß ein gesetzlicher, nicht ein evangelischer;
doch findet in der Kirche auch der gesetzliche Trost heilsame An-wendung. Er verweist auch zuerst auf die Noth Wendigkeit;aber diese Nothwcndigkeit wird in Beziehung auf den WillenGottes aufgefaßt. Diese Frau soll denken: Dein Sohn ist ge-l storbcn nach dem Willen Gottes, und du sollst Gott willig' sein, zu Folge dem Worte: „Demüthiget euch unter diegewaltige Hand Gottes." (1. Petr. 5, 6.) „Es ist mirlieb, daß Du mich gedcmüthiget hast, daß ich DeineRechte lerne." (Pf. 119, 21.)
Die Würde der Tugend „ist auch fein." Christen sol-len nicht gegen die Gerechtigkeit handeln, sollen Nichts im Schmerze! begehen, was den Vorschriften Gottes zuwider ist. Mir be-! gcgnen oft Sachen, die mir weher thun, als der Tod; dennochs darf ich mir deshalb nicht das Leben nehmen; ich darf mich
1 nicht schimpflich wcgwcrfcn, darf Nichts gegen den Wohlstand be-
> gehen. „Seid nicht traurig wie die Heiden," sagt Pau-^ lus, „die keine Hoffnung haben.." (1. Thessal. 4, 13.)
Wir sollen uns dem Schmerze nicht hingeben, sondern demselben
widerstehen, denn „die Traurigkeit todtct viele Leute,und dienet doch nirgend zu." (Sirach 30, 24.) Nichtdem Schmerz uns überlassen, sondern ihn bekämpfen sollen wir,und den Frieden Gottes uns bewahren, daß derselbe „inunfern Herzen regiere," und: „stille sein dem Herrn."(Kol. 3, 15. Psalm 37, 15.)
Auch das gute Gewissen mildert den Schmerz des Chri-sten. „Wenn ich weiß, daß ich nicht wegen eigener Vergehun-gen leide, so leide ich mit desto ruhigerem Gemüth " Aber hiermuß der Trost des Evangelium eingeschaltet werden, und zwarerstlich das Bewußtsein der erbarmenden Nähe Gottes, daßnämlich Gott in Wahrheit bezeugt, Er wolle den Bekümmer-ten und Angefochtenen beistehcn, nach dem Worte: „Wo wirdder Herr wohnen, außer bei denen, so zerschlage-nen, demüthigen Geistes sind?" (Jcs. 57, 15.) Wenn