Druckschrift 
6 (1830)
Entstehung
Seite
92
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Am sechzehnten Sonntage nach Trinitatis.

wir dürfen solche Zeugnisse nicht gering achten, sondern sollenGott für jene Offenbarungen danken. >

Unser Evangelium versetzt uns nach Nain, in dem reizenden !Galiläa, nahe bei dem Berge Thabor, und es ist wohlthätigund erhebend bei der Betrachtung der Oertlichkeit gleichsam dieSpur Christi einzunehmcn, wo Seine Füße gewandelt, als Er >jenen Jüngling vom Tode erweckt, und so gleichsam gegenwärtigund als Augenzeuge jene Wundecchat zu schauen, in welcher sichSeine Gottheit dem Menschengeschlcchte offenbarte. Christus >zeucht nicht daher wie Alexander, mit 100,000 gerüsteter Mann," !und dennoch hat Ec eine große Juschauermenge um Sich, dennes muß das Evangelium Zeugen haben;es müssen Zeugen sein,"daß Gott auf solche Weise dem menschlichen Geschlechte Sich !kund thut. Solche erhabene Werke Gottes nicht betrachten,oder bei dem Nachdenken über dieselben keinem liefern Eindruck ,Raum geben wollen, wahrlich, das vcrrath die gräulichste Stumpf-heit! Möge Gott unsre Herzen zu ernster fruchtbarer Betrach- itung wenden,daß wir nicht so grob und wild sein, wie itztdie Welt ist!" Kehren wir denn zur Geschichte zurück, inwelcher, wie schon gesagt worden, ein solches Werk uns entgegen 'tritt, welches keine Kreatur, weder Engel noch Teufel nachzuah-men im Stande ist. Darum ist cs ein Zcugniß, welches in unsdie Ueberzeugung bekräftigt, daß die im Evangelium dargebotenenVerheißungen der Wille Gottes sind, und daß Gott, wie Erin Seinen Verheißungen gesprochen, die Kirche sammeln und er-halten wolle. Nächst dieser Hauptlehce gibt es auch einige ebenso wichtige und wesentliche Erinnerungen, wie die sogleich imEvangelium gegebenen:Des Weibes Same wird derSchlange den Kopf zertreten" (1. Mos. Z, 15.), und: j

dazu ist erschienen der Sohn Gottes, daß Er dieWerke des Teufels zerstöre." (1. Joh. 3, 8.) Diese Tod-tenerweckung beweist aber eben, daß der Sohn Gottes gekoin- ^men ist, um den Tod aufzuhebcn und die Ursache des Todes zuvernichten; denn durch die, Sünde ist der Tod. Beide sind das lWerk des Teufels, und daß der Sohn Gottes diese zerstört, Idaß Er dem Tode die Macht genommen hat, daß Ec uns durchdieses Leben trägt, und einst das unvergängliche Leben uns schen-ken wird; dieser hohe Trost wird uns in dieser Wundecthat be-stätigt.

Nun steht die Mutter vor uns in großer Bekümmerniß."

Das arme Weib ist eine Witwe und hat nur diesen