80 Am nennten Sonnt, nach Trinit. Evang. Luk. 16, 1 — 9.
die Armen, nämlich die Kirche, fromme christliche Brüder, dar«bendc Geistliche, wahre Diener des Evangelium, arme Schulleh-rer, und dann auch andere Bedürftige. Zuerst macht euch Ehri- ustum zum Freunde! Er ist der Aermste, Dürftigste auf derWelt. Seine Ehre ist auf eine schaudcrvolle Weise Preis gege-ben. Dann die Diener des Evangelium und andere wirklichBedürftige. Ich rede aber nicht von jenen wohlgenährten Bett-lern, jenen schlauen, ränkevollen Buben! Wenn Christus hierspricht: „aus daß sic euch aufnehmen in die ewigenHütten," so kann dieß kaum dem Mißverstände ausgesetzt sein,als verliehen heilige Menschen das ewige Leben, als sei darin jder Heiligcndienst begründet. Christus redet nicht nur von je- !ncm seligen Leben nach dem Tode, sondern von der Gemeinschaft ^aller Frommen in der Kirche, sowohl in diesem, als nach die-sem Leben. Dann werden sie euch ausnehmcn, verstehe Chri-stus und die Heiligen. Christus wird euch aufnehmen, alsder Geber der Seligkeit, die Heiligen als Seine Zeugen. Chri-stus nimmt uns auf, so wie Ec cs kann, und jene auch nachihrem Vermögen. Christus nimmt als der Geber des Lebens,als der Erlöser uns auf, und erthcilt uns Segnungen, theils indiesem, theils in jenem Leben. Denn es bleibt die Regel:„Gebet, so wird euch gegeben." (Luk. 6, 38.) DieseErklärung gebietet das ganze Evangelium; denn Christus istnicht im Widerspruch mit Sich, und thut mit Nichten jener LehreAbbruch, daß wir „durch den Glauben gerechtfertigt,Frieden hätten;" sondern die Heiligen nehmen auf in dieewigen Hütten, d. i. in die Gemeinschaft aller Frommen in derKirche, weil sie für dieselbe beten, und in ihrem Gebete alle Die-jenigen Gott empfehlen, welche gegen die Kirche wohlwollendgesinnt sind, und weil sie zu Gott flehen, daß Ec Frieden, ru- jhige Zeiten und andere Güter verleihen wolle. Um der Kirche wil- ilen gibt Gott dem babylonischen Reiche Frieden (Jerem. 29,7.); iweniger Frommen wegen will Gott Sodom verschonen; um we-niger wahrhaft Bußfertigen willen begnadigt Ec Ninive. Sonimmt Christus uns auf als die Ursache, indem Er das ewige !
Leben, durch Sein Verdienst erworben, uns gibt; die Heiligen neh- i
men uns auf durch ihr Gebet in diesem Leben, und indem siein einem andern Leben von unsrer Wohlthätigkeit Zeugniß able-gen. Hast du einem Frommen Gutes erzeigt, so wird Gottohne allen Zweifel dir wiederum Gutes widerfahren lassen. „Ichwill segnen, die dich segnen, und verfluchen, die