Evangelium Luk. 16, 1 — 9. 70
hunz der menschlichen Natur, solche fleischliche Sicherheit in gött-lichen Dingen rügt Christus im Evangelium. — -—-
Der zweite Hauptpunkt hat die Anwendung des zeitlichenGuts zum Gegenstände. Wir erkennen es als eine göttliche Ein-richtung, daß Einige reich, Andere arm sind, und schon Salomospricht: „Reiche und Arme müssen unter einander! sehn; der Herr hat sie Alle gemacht." (Spricht». 22, 2.)Gott will's also haben, und es muß auch also sein: wir kön-nen nicht Alle reich sein. Es muß jedoch Welche geben, dievor Andern begütert sind, „sonst könnte man im menschlichenLeben Nichts ausrichten." Aber cs findet auch vielfacher Miß-brauch des Reichthums Statt. Ihrer wahren Bestimmung nachmüssen zeitliche Güter verwendet werden, erstens: zur Beförde-rung der Ehre Gottes, wie schon heidnische Weise ausgespro-chen haben, es müsse einzelne Reiche geben, um den Opfercultuszu unterhalten. Richtiger behaupten wir, daß von Reichthümerndas evangelische Lehramt und die Kirche unterstützt werden müsse;
> zweitens bedarf es zeitlichen Vermögens, um den Unterhalt für
! uns und unsre Kinder zu bestreiten; drittens, zur Unterstützung
des bürgerlichen Gemeinwesens; viertens, um den Armen, so vielwir können, Hilfe angedeihen zu lassen. Wenige aber wendenso ihr Vermögen an. Viele vergeuden ihre Habe auf thörichteWeise. Drum nennt Christus zeitliches Gut „ungerechtenMammon," weil immer einiges Unrecht sowohl im Erwerb, alsGebrauch dazu kommt. Wir verschwenden in den Genüssen derLasel, der Italiener im Ehrgeiz und andern Eitelkeiten. SoHab' ich einen Spanier gesehen, der stolzierte in einem goldge-stickten Rocke einher, und wenn er essen wollte, ging er erst zumBrunnen, trank Wasser, fraß Sallat, obgleich er doch auch ver-hältnismäßig seinem Leibe die gehörige Kost hätte reichen müssen.So macht im gemeinen Leben der Eine gern Einkäufe, der An-dere reist gern und bringt auf Reisen Viel durch; ein Dritterbaut gern, und macht auch auf diese Weise viel unnützen Auf-wand; kurz. Keiner ist, der nicht auf irgend eine Weise seinVermögen mißbraucht, und Niemand geht damit auf die rechteWeise um.
Der dritte Hauptpunkt handelt von der Vergeltung geübterWohlthatigkeit. „Macht euch Freunde mit dem unge-rechten Mammon," heißt es, „aus daß, wenn ihr nundarbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten."Wen nennt hier das Evangelium Freunde? Christum, und