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Am neunten Sonntage nach Trinitatis.
(Eph. 6, 4.); und als erste Regel ,'n Ansehung unsers häus-lichen Berufs müßte gelten das Wort: „Trachtet am erstennach dem Reiche Gottes" u. s. f.; aber wir kehrcn's um.Wir sehen, wie in den Zeiten drückenden Mangels oder großerGefahren das Menschenherz sich ängstigt, wie schwer es ihm wird,einen zeitlichen Verlust zu überwinden. Der Eine wird durchdiese, der Andere durch eine andere Erfahrung mehr oder weni-ger unangenehm berührt; wir sind jedoch allesammt so beschaffen,daß irdischer Verlust einen sehr schmerzlichen Eindruck auf unsmacht. Wie Viele bringt eine erlittene Kränkung ihrer Ehre,oder unverdiente Schmähung zum Wahnsinn! Mit Einem Worte:Allen Menschen verursacht irdischer zeitlicher Verlust weit großemKummer und Schmerz, als der Verlust ewiger Güter. Mansieht es ja, welche schmerzliche Unruhe, welche ängstliche Besorg-nis das Herz des Menschen ergreift, wenn er darbt, oder Ver-lust an seinem zeitlichen Gute erleidet, oder wenn er sich derVerachtung ausgesetzt sieht. Cicero spricht: „Wenn du nichtmehr bist, wer du zuvor gewesen, wie kannst du dann wünschenwollen, länger zu leben?" (eg. äiv. VII, 3.) Jene Beküm-mernis, jene Bangigkeit und Schmerz ist uns Allen wohl be-kannt. Mit solchen Empfindungen nun sollten uns die Güterder Ewigkeit erfüllen. Aber wenn auch einmal eine Solche inuns wach wird, wie ist sie dann so schwach und vorübergehend!Sage mir, verursachen dir deine Sünden eine so schmerzlicheBangigkeit, wie dein Geld, wenn es dir nicht sogleich zu der be-stimmten Zeit geschickt wird? Wahrlich, nein! jener Schmerz überdie Sünde geht schneller vorüber, aber die peinliche Sorge umGeld und Nahrung haftet tiefer und fester. Wohl ist eine schwereBürde die Armuth, und das Sprichwort sagt: „Armuth wehethut;" aber es sollte auch Schmerz über unsre Sünden in unssein. Mit welcher Sorgfalt sucht man Verlust an zeitlichem Ver-mögen zu verhüten! Es müßte aber viel größer die Sorge sein,wie wir uns vor Sünden hüten können, als die Begierde, zeit-liches Gut zu erwerben, ist. Es wird Jedermann gewaltig auf-gebracht, wenn ihm Etwas entzogen wird; es sollte aber auch dasuns mit Unmuth und Schmerz erfüllen, daß wir Sünder, daßwir so gar unrein, so geneigt zur Sünde sind. Laßt uns aberunfern Wandel bessern, und Gott darum anrufen, von Dem esheißt: „Wie viel mehr wird der Vater im Himmelden heiligen Geist geben denen, die Ihn bitten!"(Luk. 11, 13.) Solche ungöttliche Gesinnung, solche Entwei-
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