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6 (1830)
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Evangelium Luk. 16, 1 9.

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km Allgemeinen das Leben aller Menschen;wir sind Alle sotoll und narrisch, wie ich's nennen soll." Suchen wir Beispieledazu in dem gewöhnlichen Treiben an den Höfen, oder in demder öffentlichen Beobachtung mehr entzogenen Privatleben auf;von beiden Seiten treten uns die bcklagenswerthesten Belege ent-gegen. Aber auch unsere eignen Fehler wollen wir beher-zigen. Jene Nachlässigkeit in Ansehung des Ewigen lassen wiruns Alle zu Schulden kommen, wahrend Jeder in seinem ir-dischen Strebendie ganze Welt gewinnen möchte." Dassollen wir wohl beachten, und unsre Herzen im Zaum halten,und uns zu der Ansicht vom Reiche Gottes je mehr erheben,welche wir nach Seinem Willen von demselben haben sollen.Nun nimmt Christus den Haushalter, der ein schlechter Haus-Halter war, für sich," und sagt, daß er von seinem Herrn ge-lobt worden. Hier fragt sich's: Was wird denn an demselbengelobt? Das Allgemeine, was kn seiner Handlungsweise bemcrk-lich wird, sein vorsorglicher, betriebsamer Sinn, nicht aber diebesondere Aeußerung desselben, nicht die Veruntreuung wird ge-lobt. Christus will uns an dem Beispiele jenes Diebes zei-gen, mit welchem Fleiß diejenigen zu Wecke gehen, welche nursinnliche Güter erstreben, und erweckt uns zu Sorgfalt und Fleißin der Erstrebung weit wichtigerer Güter, indem Er also schließt:Wenn die Menschen schon die Erlangung irdischer Güter sich soangelegen sein lassen, wie viel mehr sollte dieß in Ansehung gei-stiger Güter der Fall sein! Wohl Manchen hat die Frauen-liebe zum Thoren, die Ehrsucht Manchen rasend gemacht.Soein großer Ernst ist es uns in denen Dingen:" in göttlichen

Dingen hingegen sind wir völlig kalt und unthatig *).-

Wie viele Beispiele rechtfertigen den Vorwurf, der hier dermenschlichen Schwachheit gemacht wird, daß die Sorge für diegeistigen Güter weit geringer, als die für die leiblichen ist! Wirsehen, daß alle Aeltcrn weit mehr darauf denken, ihren KindernGeld und Gut zu erwerben, als darauf, ihnen heilsamen Unter-richt zu ertheilen. Darum sagt Horaz:

Lasset uns Gold vor Allem erstreben, ihr herzigen Bürger,

Nach dem Golde die Tugend!" (Lgist. I, 1, 53.)

Die wichtigste Sorge müßte doch die sein, die Kinder auf-zuzichenin der Furcht und Vermahnung zum Herrn"

*) Das Folgende ist aus den in verschiedenen Jahren demselben Evan-gelium beigefügce» Anmerkungen entlehnt und hier eingeschaltet.