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6 (1830)
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Evangelium Luk. 5, 1 11.

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wcrfung des Eigenthums verstehen; denn Christus war nachdiesem Vorfall bei Petrus, in dessen Hause, als Gast, wo Erauch die Schwiegermutter desselben vom Fieber heilte; und nach' der Auferstehung Christi kehrten die Jünger zu ihrem Fischcrge-

j werbe zurück; sie besaßen mithin noch Schiffe, Netze und andere

i Werkzeuge als Eigenthum. Wir haben jene Worte vielmehr also

- zu verstehen: Sie verließen Alles, und folgten Ihm nach, in so-

j weit nämlich ihr Beruf es gestattete; vorzugsweise gaben sie sich

^ dem Apostclberufe hin; waren sie aber zu Hause, und nahm sie

j das Lehrgeschast nicht in Anspruch, dann besorgten sie auch, so

! viel ihnen möglich, ihre häuslichen Angelegenheiten. Gleicherweise

j zieht auch der Krieger, oder auch ein Bürger, der Kriegsdienst

zu thun sich genvthigt sieht, ins Feld, und folgt dem Heere, undläßt Habe und Eigenthum zurück; jedoch geht er dadurch desSeinen daheim weder verlustig, noch sagt er sich davon los;sondern er behauptet das Eigenthumsrecht und den Besitz, un-geachtet er nicht dafür Sorge tragen kann, weßhalb er auch sei-nen Sold erhält. Aus diese Art also zogen die Apostel den ih-nen gewordenen Beruf ihrer äußern Habe vor. Von ganz an-derer Art ist die Verachtung und Ablehnung des Eigenrhums,welche die Mönche und die Wicdertäufecischcn zur Schau tragen;diese ist durchweg abergläubisch. Gott hat das Menschenlebenalso geordnet, daß Jeder seinen eigenen Herd und seinen beson-^ dern Hausstand haben soll. Außerdem würden die Menschen nicht, für das Wohl ihres Körpers sorgen, das Leben der Ihrigen nichtunterhalten können.

So haben wir denn aus der Erzählung in unserm Texte zuz unserer Belehrung hauptsächlich zu merken, erstlich die Erinne-rungen in Ansehung der Berufsvcrwaltung, daß wir uns nichtauf unsere Weisheit, Einsicht und Kräfte verlassen, aber hinwie-derum durch verkommende Schwierigkeiten und Hindernisse unsnicht entmuthigen lassen sollen. So wollen wir denn das in un-serm Berufe uns befohlene Werk getreulich und mit AnrufungGottes thun, gewiß, daß mit Seiner Hilfe unsere Arbeit! und unser Tagewerk nicht vergeblich, sondern erfolgreich und ge-! segnet sein werde. Ferner laßt uns auch jenen andern Trost

? wahcnchmcn; bei jeder Gelegenheit, welche in Bestürzung und

^ Niedergeschlagenheit uns versetzt, wollen wir durch die tröstendeStimme des Evangelium uns aufrichtcn, aus dieselbe uns stützen,und nicht dem Schmerze uns überlassen, weil Schmerz ohneGlaube Flucht vor Gott ist, und das Herz, wenn es den Trost