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Evangelium Luk. 5, 1 — 11.
i großen Wunder vergleicht. Darum ruft er aus: „Herr, gehevon mir hinaus; ich bin ein sündiger Mensch!" Erüberlegt nicht ganz, was ec sagt, wie wir denn im Schmerz oftuns nicht bewußt sind, was wir reden. Es drückt jedoch dieseängstliche Bestürzung zugleich seine vor Gott fliehende Gewis-sensangst aus. Denn weil er selbst nicht aus dem Schiffe ent-fliehen kann, fordert er Christum auf, Sich von ihm zu ent-fernen. Es sind demnach Worte des zitternden und fliehendenGewissens, und eben so sind die Schmerzen der Gewissensangstbeschaffen; so lange wir nämlich in derselben ohne Glauben sind,suchet das Herz Gott nicht, sondern fliehet Ihn, und findet dochnicht, wo es sich vor dem Anblick des zürnenden Richters ver-bergen möge. Diese mit ernster Buße verbundenen Gefühle wer-den in verschiedenen Stellen der Psalme geschildert; so, wenn esheißt: „Wo soll ich hingehen vor Deinem Geist; undwo soll ich hinfliehen vor Deinem Angesicht? —Es ist nichts Gesundes an mein^mLeibe vorDeinemDräuen, und ist kein Friede in meinen Gebeinenvor meiner Sünde" (Ps. 139, 7. 38, 4.); und Hiskiasruft aus: „Er zerbrach mir alle meine Gebeine, wieein Löwe." (Jesaias 38, 13.) Christus tröstet aber denbebenden Petrus, wenn Ec spricht: „Fürchte dich nicht, dennvon nun an wirst du Menschen sahen." Mit diesemTrostworte richtet Er ihn auf, heißt ihn alle Furcht und allesZagen ablegen, und glauben, daß ihm seine Sünden vergebenwerden. Auch erwählt Er ihn zum Apostelamt, und verheißtihm, daß er in diesem Berufe ähnlichen Erfolg haben werde,
! wie er gegen seine Hoffnung und Erwartung bei diesem Fisch-zuge gehabt, so daß ihm dieser Fischfang als Zeichen und Unter-pfand seiner künftigen Erfolge im apostolischen Berufe dienen solle.
Obwohl nun Christus diesen Trost dem Petrus insbe-sondre ertheilt, der denn auch durch die Ergreifung desselben ausder Niedergeschlagenheit seines zagenden Gewissens aufgerichtctwird, so haben wir doch aus diesem Beispiele im Allgemeinenzu lernen, daß zu solchen innern Schmerzen Trost sich gesellenmuß; wir sollen daher wissen, daß auch uns das Wort gilt:„Fürchte dich nicht," und eingedenk sein, daß das göttlicheGebot ein ewiges, unabänderliches, unwandelbares ist, auf daßwir an die Verheißung glaubea, und in solchem Glauben Ge-wißheit haben sollen, daß wir wegen des Sohnes Gottes