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Am fünften Sonntage nach Trinitatis.
wären wir wie Sodom." Diese so heilsame, und für alleMenschen in jedem Lebcnsverhältniß so nothwendige Lehre ist vor-züglich schön, und in den lichtvollsten, anschaulichsten Bildern im127. Psalm ausgedrückt, dessen Hauptinhalt ist: Menschliche An-schläge und Arbeiten sind nicht glücklich noch heilsam, wenn Gottnicht hilft. — Er spricht, indem er von der Verwaltung desHauses und des Staats je besonders redet, in Bezug aus jene:„Wo der Herr nicht das Haus bauet, so arbeitenumsonst die daran bauen." Und in Ansehung der Staats-angelegenheiten sagt er: „Wo der Herr nicht die Stadtbehütet, so wachet der Wächter umsonst." Hierauf gibter in wenigen Umrissen das Bild des bekümmerten, sorgenvollenHausvaters und Staatsmannes, wenn Ec spricht: „Es ist euchumsonst, daß ihr frühe aufstehet und hernach langesitzet*); d. h., auch angestrengte, rastlose Arbeit, alle Sorgenund Bekümmernisse der Menschen, die vor Tages Anbruch auf-stehen und „ihr Brot mit Sorgen essen," sind durchaus vergeb-lich, wofern sie nicht Gottes Hilfe und Beistand erfahren:Als Gegensatz wird hinzu gefügt: „Seinen Freunden gibtEr's schlafend." Ec nennt Gottes Freunde die, so Ihnfürchten und anrufen, und meint: Gott gibt, welchen Ec will,und gibt so, daß Er ihnen bei wunderbaren Veranlassungen undwunderbarer Weise seine Segnungen bietet. Er macht ihnen dieArbeit selbst angenehm, und verleiht ihnen zugleich Selenruhe. —Es folgt nun im Psalm eine Erweiterung jener Behauptungdurch ein Beispiel: „Siehe, Kinder sind eine Gabe desHerrn, und Leibesfrucht ist ein Geschenk." — DiesenVers verstehe ich nicht bloß von Kindern und einer gesegneten Nach-kommenschaft, sondern allgemeiner aufgcfaßt, von ausgezeichnetbegabten Menschen überhaupt; denn auch ein ausgezeichneter Krie-ger, oder Rathshcrr, oder Künstler, in irgend welchem Fache,ferner wackere Lehrer, wohlhabende Bürger sind Geschenke Got-tes; und wie durch Seinen Beistand ihre Geschäfte gelingen,so sind auch sie hinwiederum heilsame Werkzeuge im menschli-chen Geschlecht. Dieß drückt der Psalm in einem treffendenGleichnisse aus: „Wie die Pfeile in der Hand einesStacken, also gerathen die jungen Knaben." — Kna-ben, eine rüstige, wackere, kräftige Jugend, d. h. die hochgesinn-ten wackern Männer, welche Gott besonders erweckt, verfolgen
*) Nach dem Grundtert: „und spät zur Ruhe kommt." —