Evangelium Luk, S, 1 —1l.
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ten ein, dis sie nicht vorher gesehen, nicht berechnet hatten, dannfällt solchen Weisen der Muth, daß sie ihren Beruf verlassen, wollen; denn es ist mit dem Vertrauen aus die eigne Weisheitgemeinlich die Ungeduld verbunden, zumal wenn die Erfolge nichtder Berechnung des Herzens entsprechen. — Kindisch ist's, wenni Manche behaupten, man dürfe keinen bestimmten Beruf suchenoder übernehmen, indem es unmöglich sei, irgend einen ganz zuerfüllen. Freilich was uns anlangt, so ist's unmöglich, wohlaber wird cs durch die Hilfe Gottes möglich. Man muß noth-wendig einem Berufe folgen, muß Hausvater werden, in der bür-gerlichen wie in der kirchlichen Verwaltung Lasten übernehmen;es müssen Männer da sein, um Staatsgeschäfte zu führen, An-dere, um in den Schulen und Kirchen zu lehren, weil Gott indiesem Leben mittels des evangelischen Lehramtes Sich die Kirchesammeln, den geselligen Verein des menschlichen Geschlechts durchj die Obrigkeit pflegen und schützen, und die Menschen durch man-cherlei Acmter, Geschäfte und Pflichten unter einander vereinigtwissen will, damit die Menschheit fortwährend in einem bcstimm-! ten gegenseitigen Verbände bestehe. Es würde uns jedoch un-! möglich sein, ohne Gott, auf unsre eigne Kraft und Weisheitbeschränkt, unsere besondern Verhältnisse zu leiten, oder die öf-fentlichen Angelegenheiten des Staats, der Kirche zu verwalten,zumal bei der gegenwärtigen furchtbaren Feindschaft und Bosheitdes Teufels, der ohn' Unterlaß schaudervolle Verwirrungen im! ganzen menschlichen Geschlechts anrichtet. Deshalb ruft Iere-§ mias (10, 23.) aus: „Ich weiß, Herr, daß des Men-schen Thun stehet nicht in seiner Gewalt, und stehet! in Niemandes Macht, wie er wandele, oder seinenGang richte;" als wollt' er sagen: Ich erkenne und erfahrees wohl, daß die Schwachheit der menschlichen Kraft so groß,so gewaltig der Grimm des Teufels ist, daß der Mensch, alleinj und auf sich geworfen, seinem Beruf nicht vorstehen kann, daß- nur, wenn Gott ihm beisteht, sein Beruf glücklich und gesegnet
! ist. Das sollen wir recht erkennen, und uns antreiben, zu fle-
! hcn, daß Gott uns regieren, und in unfern Berufsgeschaftcn unsbeistehen, unsere Arbeit segnen, günstige Erfolge uns verleihen,daß Er der Wuth des Teufels Einhalt thun, und in den sotraurigen Zerrüttungen, die wir in unfern Tagen überhand neh-men sehen, eine kleine Schar Sich retten und erhalten wolle,
wie auch Jcsaias (1, 9.) spricht: „Wenn uns der Herr
Zebaoth nicht ein Weniges ließe übrig bleiben, so