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Am fünften Sonntage nach Trinitatis. »
„Nimmer ist glücklich dein Werk, und gedeihlich nie dein Beginnen,Wenn der Allmächtige nicht Rath und Gelingen verleiht.
Dann nur hilft Er jedoch, wenn, kräftig im guten BewußtseinDes befohlncn Berufs Pflichten du treulich erfüllst,
Wenn von Christus zugleich, dem hilfreich nahen Erlöser,
Hilfe du forderst, von Ihm gläubig vertrauend sie hoffst.
So wird dir und dem Volke dein Werk zum Segen gedeihen,
Und ein günstiger Wind leiten die fernere Fahrt.
Keine Gewalt wird hemmen des Herrn unbesiegliche Rechte;
Alles bezwinget und beugt Gottes unendliche Macht!"
Das ist die allgemeine Lehre der Kirche, welche durch dieganze Schrift sich mannichfach wiederholt. So heißt es im Jo-hannes: „Ein Mensch kann Nichts nehmen, es werdeihm denn gegeben vom Himmel (Joh. 3, 27.); undChristus spricht: „Ohne Mich könnet ihr Nichts thun.Ich bin der Weinstock; ihr seid die Reben; wer inMir bleibet, der bringet viel Frucht." (Joh. 15, 5. 6.) !
Und so gibt cs noch viele ähnliche Aussprüche, welche lehren, daßBerussgeschäfte nur dann, und nur so lange glücklich von Stat-ten gehen, als Gott dabei ist, und uns bei unserer Arbeit un-terstützt. Laßt uns darum lernen, daß die Menschen nicht durchmenschliche Klugheit ihre Lebensbahn und ihren Beruf leiten kön-nen. Alle Menschen, welche in einem, wenn auch noch so un-bedeutenden Beruf gestanden haben, oder noch stehen, erfahrengroße Schwierigkeiten und mannichfaltige Hindernisse. Za unser jganzes Leben überhaupt wird gar oft von Geschäften durchkreuzt, !welche durch menschliche Kraft und Klugheit nicht zu entwirren jsind. Selbst ein kleines Haus mag man nicht ohne manche ^Schwierigkeiten, Widerwärtigkeiten und Plagen verwalten. Weit ^schwieriger sind politische Geschäfte, am schwierigsten jedoch ist dieVerwaltung der Kirche. Soll man nun etwa deswegen seinenBeruf verlassen? Das sei ferne! Vielmehr muß man nur be-harrlicher denselben verfolgen, und, treu der Gesellschaft dienend,den Trost sesshaften, daß Gott denen, welche ihre Berussgeschäfte !
unter Gebet und Flehen treu erfüllen, beistehen wolle, wie der ^
Psalm spricht: „Befiehl dem Herrn deine Wege und !hoffe auf Ihn; Er wird's wohl machen." (Pf. 37, 5.)
Es werden auch wohl weise Menschen von solchen Gedanken an-gefochten. Sie meinen, durch eigne Anstrengung und Klugheitihre Berufsgeschäfte leiten und die Gefahren abwendcn zu kön-nen. Aber gerade diese Weisen finden sehr oft Anstoß, und thuneinen schaudervollen Fall. Treten nun störende Widerwärtigkei-