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Am Sonntage Rcminisccre.
den, und weiß, Gott wolle, daß der Mensch nicht durch scheuesZurückwcichcn, nicht durch unzufriedenes Murren gegen Ihn, son-dern durch das Bekenntnis; seines Elendes und durch gläubigesVertrauen auf Seine Ecbarmung Ihn verehre. Zugleich sprichtsie ihren Glauben aus, daß die Brosamen des Evangelium auchfür die Heiden gehören. Ihre Antwort beurkundet einen seinenWitz, und die überraschende Umkehrung, die derselben zum Grundeliegt, hat etwas Zwingendes. — Paulus bedient sich dieser Formoft mit Vortheil. — Uebechaupt ist's rathsam, daß man in Bü-chern, oder in der Unterhaltung mit geistreichen Menschen Bei-spiele von Witz beachte, welcher in der Gewandtheit des Geistesbesteht, die Ähnlichkeiten an verschiedenartigen Dingen leicht undschnell aufzusassen, oder das Wechsclvcrhaltniß der Ursachen ge-schickt darzustellen, oder überhaupt der Rede eine überraschendeWendung zu geben/ geschehe es nun, um Andere zu ermahnen, !oder zu versöhnen, zu trösten, anzuregen oder zu widerlegen, wie >es eben die Gelegenheit fordert.
Die Wirkungen des Gebets und des Glaubens. ,
Nachdem jenes gar gewandte Weib durch seine witzige Er-wiederung Christum gleichsam in Seinen eigenen Worten fastverstrickt hat, erlangt sie endlich von Ihm das ehrende Zeugniß:
„O Weib, dein Glaube ist groß;" und daß dieser Glaubenicht vergeblich sei, und eines guten Erfolgs nicht verfehle, bc- !zeugt das andere Wort Christi: „Dir geschehe, wie du !willst." Hiermit sagt Er mehr, als wenn Er nur gesprochen ^hätte: Deine Tochter sei gesund, sei gerettet! Es entsprach auchder Erfolg; „Sie ward gesund zu derselbigen Stunde." ^So sollen wir, wenn unser Glaube auch durch mannichfache ^Anfechtungen geprüft wird, doch nicht Massen vom Gebet, undmit Hilfe des Glaubens uns durch alle Hindernisse hindurch rin-gen, die uns entgegen gestellt werden. Wir wollen diese Geschichte !als einen Spiegel des Gebets und des aus den schwersten An-fechtungen sich heraus ringenden Glaubens uns vor Augen haltenIst auch in uns nicht gleiche Erleuchtung, gleiche Inbrunst, sowollen wir doch bei jedem Gebete rufen: „Ich glaube, lieberHerr; aber hilfDu meinem Unglauben!"(Mark.0,24.)
Zugleich laßt uns einen Blick auf das Bild der aus allenVölkern gesammelten Kirche richten, welche die Brosamen, d. h.die von den Propheten und Patriarchen im Volke Israel hin-terlassene Lehre genießt. Auch dieses wird uns in der Sycophö-