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6 (1830)
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Am Sonntage Remimsccre.

doch in Ansehung unsers ewigen Heils die allgemeine Verhei-ßung:Alle, die an Christum glauben!" ohne irgend eineAusnahme, und Ec ist gleichgesinnt gegen alle Gläubigen, ih-nen Vergebung der Sünde und die Erbschaft des ewigen Lebenszu schenken. Ec nimmt Alle an, die Ihn anrufen, nach demZeugniß:Wer den Namen des Herrn anruscn wird, isoll selig werden!" -

Wie vertragt sich aber mit der allgemeinen Verheißung der 'Ausspruch Christi:Ich bin nicht gesandt, denn nur lzu den verlornen Schafen vom Hause Iscael?" Ist das jnicht eine ausdrückliche Verwerfung der Heiden? Ich antworte:Dieser Ausspruch ist nur von Seinem äußerlichen Amte zu ver-stehen. In Ansehung dieses war Er allerdings nur, wie Pau-lus sagt,ein Diener der Bcschneidung" (ström. 15,8.),d. i. des beschnittenen jüdischen Volkes. Die Segnungen Christiund des Evangelium aber beziehen sich auch aus die Heiden, wiedenn auch die Verheißung:In deinem Namen solle»alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden;" sowie alle übrigen Verheißungen vom Messias immer die Heidenmit in sich fasten. - Diese einander scheinbar widersprechendenAussprüche wußte denn auch jenes Weib recht gut mit einanderzu vereinigen. Sie gibt den Satz zu, daß Christus um desHauses Israel willen gekommen sei, nämlich in Ansehung Seinesäußerlichen Amtes; dennoch wiederholt sie beharrlich ihre Bitte,die nun fast wie eine Zurechtweisung klingt, wenn sic von Neuem jruft: Herr, hilf mir!"

Hier tritt ihr aber eine neue Anfechtung entgegen. Der jHerr wendet ihr ein:Es ist nicht fein, daß man den >Kindern ihr Brot nehme und werfe cs vor die sHunde." Er scheint sie durch ein ihre Unwürdigkeit ausdrücken-des Schmähwort von Sich entfernen zu wollen, indem Er ihr den ,Namen eines Thiercs gibt, das bei den Juden für unrein galt.Das ist das Bild der dritten Anfechtung, die sich in unser Ge-bet cindrängt. Stets schreit das Gesetz in unserm Gewissen, nurder Würdigen und Gerechten nehme Sich Gott an, und !erhöre und beselige sie; wir aber seien ungerecht, unwürdig, be-fleckt, wie die Hunde. Dieses peinigende Gefühl der Unwürdig-keit quält wohl aller Menschen Gemüther. Achte nur Jeder aufsein Herz! Wenn wir uns Gott nahen, so erbebt unser In-neres im Bewußtsein unsrer Sünde, nach dem Worte:Esist kein Friede in meinen Gebeinen!" und:meine