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6 (1830)
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Evangelium Matth. 15.

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hoffe auf Sein Wort." (Pf. 130, 5.) In unferm Schmerzesollen wir nicht auf unsre Tugenden, oder unsern erneuerten Sinn,sondern allein auf den im Worte uns vorgchaltencn MittlerHinschauen, und durch die Betrachtung der geschriebenen Vechci-^ ßung uns aufrichtend, mit Jenem ausrufen:Ich glaube, lie-ber Herr, aber hilf meinem Unglauben! (Mark. 9,24.)Drittens muß man gegen jene Anfechtung in Ansehung der^ Erwählung die allgemeinen Verheißungen aussuchen und festhal-l ken. Denn wenn auch nicht alle Menschen das EvangeliumI annchmen, so ist doch die Verheißung allgemein, und gewißist, daß sie auch Alle angeht, welche dieselbe annehmen. Der-gleichen sind:Kommet her zu mir Alle, die ihr müh-selig und beladen seid; Ich will euch erquicken!" ---Auf daß Alle, die an den Sohn glauben, nicht ver-loren werden." --Es ist Aller zumal Ein Herr,reich über Alle, die Ihn anrufen."-Wohl Allen,die auf Ihn trauen!" (Matth. 11, 28. Joh. 3, 16. Rom.

! 10, 12. Ps. 2, 12.) Wie diese Verheißungen allgemein sind,

^ so schließen sie auch uns und jeden Einzelnen ein.

Nehmen wir noch dazu jenes höchste und unwandelbare Ge-bot:daß sie Alle an den Sohn Gottes glauben."Diesem Gebote müssen Alle Folge leisten; denn es ist ein all-I gemeines, und cs verbindet mehr als jedes andere, wenn Gott

! selbst spricht:Dieser ist Mein lieber Sohn, Den

- sollt ihr hören!" (Matth. IV, 25.) und:Küsset den^ Sohn!" (Ps. 2, 12.) Darum heißt cs auch:Der hei-lige Geist wird die Welt strafen um die Sünde,

> daß sie nicht glauben an Mich!" und:Wer nicht an^ den Sohn glaubt, der ist schon gerichtet, und derZorn Gottes bleibt über ihm." (Joh. 16, 18. 19. Kap.3, 18.)

! Einen andern Willen Gottes wollen wir nicht erklügeln,

! als wie wir ihn nothwendig in der Sendung des Sohnes,

^ und in dem Evangelium, das Ec aus des Vaters Schoß ge-bracht, zu suchen haben. Gott ist wahrhaftig, und werIhm nicht glaubt, macht Ihn zum Lügner. Eben so wenigwollen wir wähnen, daß in den Dingen, welche das ewige Le-ben betreffen, das Ansehen der Person Etwas vor Ihm gelte.Ertheilt Er auch nicht allen Gläubigen gleiche Gaben und gleicheVorzüge; denn diese richten sich je nach dem jedesmaligen beson-der» Berus des Einzelnen in diesem Leben; so haben wir