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Evangelium Matth. 15.
düng des h. Geistes geoffenbaret hat, sondern irgend ein Wesenals Gott und Schöpfer der Wett annehmen, welches jedoch nichtder Vater unsers Herrn Jesu Christi ist. Sodann ver-fehlen sie Ihn hinsichtlich ihrer Gesinnung, weil sie nicht wissen,ob sie erhört werden, und warum sie erhört werden. Dennsie nahen zu Gott ohne Kenntniß Seines Gebotes und SeinerVerheißung, und ohne Vertrauen auf den Sohn als Mitt-ler. Wir, so oft wir beten, müssen uns den durch den Sohngeofscnbartcn Vater vorstellen, und ausdrücklich das Wort aus-sprechen, welches uns von Gott und Seinen Vorschriften überdas Gebet und in den Verheißungen Seiner Gnade und leiblicherGüter an die Hand gegeben worden ist, und also den Glaubenerwecken, und in diesem Glauben eben die Nothwendigkeit, dieuns treibt, oder das zu erbittende Gut, sei es nun ein leiblichesoder ein geistiges, namhaft machen. Wer die Verheißung verach-tet, bleibt schlechthin in Zweifel und Ungewißheit, und ein Ge-bet ohne Glaube ist Sünde, wie Augustinus sagt. Wietrage und schüchtern wird aber gewöhnlich gebetet! Ja, Viele blei-ben müßig sitzen, bis sie die Gewalt der Noch dazu zieht! Unddoch ist uns eben deshalb das Gebot des Gebets gegeben, damitwir dasselbe üben sollen; denn es heißt ja: „Bittet, so wirdeuch gegeben!" (Matth. 7,7.) Dieses Wort wollen wir beach-ten, und unfern Glauben durch die Versicherungen kräftigen: „Dadieser Elende rief, hörte der Herr, und half ihm ausallen seinen Nöthen." (Ps. 34, 7.) Ferner: „Betet ohn'Unterlaß!" (1. Thcss. 5, 17.) Stets haftet selbst in den Hei-ligen noch viel Zweifel. Gegen diesen sollen wir uns durch Ver-gegenwärtigung der Verheißungen Gottes erheben, unter denenman vor allen die Verheißung der Gnade ergreifen, und die-selbe durch den Glauben sich aneignen muß, der alle Artikeldes Glaubens und namentlich den: „Ich glaube die Verge-bung der Sünde," umfaßt, aus den alle übrigen sich bezie-hen. Und wenn der Gedanke, daß wir Sünder sind, und daßGott keinen Sünder, mithin auch uns nicht erhören könne, unskleinmüthig und verzagt machen, unser Gebet stören will, so sol-len wir bedenken, daß jener Ausspruch, „daß Gott die Sün-der nicht höret," (Joh. 9, 31.) nur von Solchen, die inSünden gegen ihr Gewissen verharren, nicht aber von denengilt, welche Buße thun, im tiefen Schmerz über ihre Verge-hungen Vergebung suchen, der Uebeczeugung sind, daß ihnen umdes Mittlers willen ihre Sünden gewißlich vergeben werden,