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Am Sonntage Reminisccre,
barste Weise gequält wurde. Drum vermögen wir auch denSchmer; jener Mutter nicht mit Worten zu schildern; vorstellenjedoch können wir uns ihn einigermaßen. W?r selbst Vater oderMutter ist, weiß Etwas von solchen Sachen, weil „schmerzlicheErfahrungen belehren." Und doch hat oft Einer weit mehr undHärteres zu tragen, als mancher Andere, und zu bewundern ist,daß ein Mensch leben kann, der viel Elend an den Seinigenerfahrt. —
Es bringt also dieses Weib einen großen Schmerz zu Chri-stus, und fleht Ihn mit unaussprechlichem Seufze:; um Hilfe,Das führt uns auf die Lehre vom Gebet und von den Anfech-tungen des Glaubens. Es soll uns dieses Weib ein Vorbildsein, wie man beten, und die göttliche Hilfe erflehen müsse; undweil sodann Christus ihren Glauben rühmt, soll sie uns zu-gleich Muster sein, wie man den Glauben üben müsse,
Die Lehre vom Gebet —
fasse ich gewöhnlich im Allgemeinen in diesen Hauptsätzen zusam,men: Erstlich müßt du wissen, zu wem du betest; zweitens
mußt du das Gebot erwägen, welches dich beten heißt. Drit-tens mußt du der Verheißungen eingedenk sein. Viertenssollst du auch Glauben mitbringen, der zugleich die wahre Er-hebung des Herzens zu Gott in sich faßt. Fünftens mußt duden Gegenstand deines Gebets ausdrücken.
Jedweder Mensch soll lernen, wie das Gebet einzurichten ist,weil das Gebet der höchste und ein der Kirche eigenthümlicherGottesdienst ist. Die Heiden mögen wohl bürgerliche Pflichtenerfüllen, wie: du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen;aber das Gebet können sie nicht darbringcn. Das ist der vor-nehmste Dienst in der Kirche, von dem es heißt: „Wer denNamen des Herrn anrufen wird, soll selig werden."(Apostelgesch. 2, 21.) Dieser Ausspruch muß aber richtig ver-standen werden. Legen wir uns zur Verdeutlichung desselben die-sen Schluß vor: Jeder, der den Schöpfer des Himmels und derErde anrust, ruft den wahren Gott an; die Muhamcdanerrufen den Schöpfer des Himmels und der Erde an: mithin ru-fen die Muhamedancr den wahren Gott an. —- Wir ant-worten in Beziehung aus das zweite Urtheil: Die Muhameda-ner verfehlen den wahren Gott in zwiefacher Hinsicht. Einmalwas das Wesen desselben betrifft, weil sie nicht den Gott an-rufen, der sich in der Schenkung Seines Sohnes und der Sen-