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Evangelium Johannes 21.
gen verfochten, große Trennungen herbeigeführt worden. Arius,durch den Vorzug des Alexander in der Bischofswahl verletzt,erregte den Streit über den Sohn Gottes. So hat auchunsere Zeit die Beispiele Vieler, gesehen, welche nur aus Neidund Schelsucht irrigen Wahn auf die Bahn brachten oder ver-fochten, nur um das Ansehen derer zu erschüttern, welche ih-nen überlegen zu sein schienen. Ja auch die Bürgerkriege, welchedie Macht der römischen Republik brachen, gingen aus keiner andernUrsache, als aus Eifersucht hervor. Marius beneidete den Splla.Deswegen erregte er Krieg, um ihn aus seiner Stellung zu wer-fen und von seiner Höhe herab zu stürzen. Aber er war für sich,für den Staat und für seine Kinder die Ursache großen Unge-machs. Als das Haupt des Sohnes des Marius dem Syllagebracht wurde, sprach er: „Das Ruder muß von dem geführtwerden, der es gelernt hat." Den Pompejus schmerzte daswachsende Ansehen des Julius Cäsar; und dieser hinwiederummochte nicht die untergeordnete Rolle spielen, und so entzündetesich jener Bürgerkrieg. — Ucberhaupt ist Eifersucht ein sehr all-gemeines Uebel in der Menschheit, aus welcher grauliche Verwü-stungen der Kirche und der Staaten hervorgehen.
Es ist aber schwer,, diesen Hang in heftigen Naturen zu zü-geln. Darum handelt Christus von einem hochwichtigen Ge-genstände, wenn Er hier den Petrus vom Neid und von derEifersucht ablenkt. Wenn Gott den David auszeichnen will, sosei Saul damit zufrieden, und überlaste cs Gott, daß Er nachSeinem Rathe Gaben und Erfolge vertheile. Ec erkenne, daßauch ec von Gott aus niedrigem Stande erhoben worden; erdanke Gott, daß Er mehrere Rathe zum Heile des Volkes er-weckt, und bitte Ihn, solche Wohlthaten zu verdoppeln. Wasist unwürdiger, als mit Gott um Wohlthaten willen hadern?„Oder Hab' Ich nicht Macht, zu thun, was Ich willmit dem Meinigen?" spricht der Herr. „Sichest du dar-um schcl, daß Ich so gütig bin?" (Matth. 20, 15. 16)Moses tadelt den Josua, welcher verlangte, daß er diejenigen,welche nicht zur Zahl der 70 Acltesten gehörten, nicht weissagenlasten möchte, mit den ernsten Worten: „Bist du der Eifererfür mich? Wollte Gott, daß alles Volk des Herrnweissagte und der Herr Seinen Geist über sie gäbe!"(4. B. Mos. 11, 29.)
So soll ein Jeder unter uns, wenn er sieht, daß ein An-derer mit Vorzügen vor den klebrigen ausgcstattet ist, für solche