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Am Tage Johannes des Läufers.
tes von Ihm Milderung oder Befreiung erfleht und hofft. Dasfindet sich bei den Heiden nicht. Cato murrt wider Gott, Ci- °cero ruft aus: Alle Götter haben mich verworfen. David hin-gegen ist geduldig, nicht als ob kein Schmerz in ihm wäre; !aber er lindert ihn, indem er über den Willen Gottes nach-denkt, Gott die Ehre gibt, und festhält am Glauben, am Ge- ^bet, an der Hoffnung aus Hilfe und Linderung. Solche Geduld s-bewies der Kaiser Mauritius, als er vom Phokas gefangen wor- §den, der ihm den Thron und das Leben raubte, und bevor erihn tödten ließ, dessen Kinder vor ihn führen und Angesichtsdes Vaters hinwürgen ließ. Das Alles sah der Kaiser Mauri- stius ruhig und gelaffen, gleichsam betäubt an; als aber derSchlag auf seine Gemahlin geführt ward, blickte er auf gen s,Himmel, und sprach die Worte: „Du bist gerecht, o Herr, sund gerecht sind Deine Gerichte!" Das sind große er- ^Habens Beispiele, und wenn wir auch nicht ein Gleiches zu lei- ^sten vermögen, so wollen wir uns doch vorbereiten zur geduldigen <Ertragung, und Gott bitten, daß Ec selbst unsere Geduld be-festigen, unsere Noch mildern und schaffen wolle, daß sie zu sSeiner Ehre diene. So viel über den ersten Hauptpunkt. Ge-hen wir nun zu dem zweiten fort. ^
Ueber das Wort: „Folge Mir nach!" '
Als Petrus jene Ankündigung Christi und die hinzugefügte sAufforderung: „Folge Mir nach!" vernimmt, blickt er denJohannes an, und fragt, was denn mit diesem werden solle. sEr erfahrt aber den Vorwurf von Christus: „So Ich will,daß er bleibe, bis Ich komme, was geht es dich an? »Folge Du Mir nach!" Seine Jünger fassen das irriger sWeise so auf, als ob Christus gesagt habe, Johannes werde ^nicht sterben. — Dieser Vorwurf, den Christus Petro macht, s
und das zwei Mal ihm wiederholte Gebot: „ Folge Mir nach!" s
enthält aber viele Lehren in sich. s
Zuerst werden wir auf die Verschiedenheit des Berufes und !aus die Ungleichheit der Begabung und der Schicksale aufmeck- !sam gemacht, welche die Gemächer vielfach beunruhigt. Denn .wenn die Menschen sehen, daß der Eine zu Dem, der Andere zuetwas Anderem berufen wird, wenn sie Andere sich vorgczogensehen, welche sie entweder für geringer achteten als sich, oderdenen sie gleichgestellt zu werden hofften; wenn sic ferner un-gleiche Gaben, ungleiche Schicksale, ungleiche Anfechtungen und