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6 (1830)
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Am Tage Johannes dcs Evangelisten. : ^

leichten Sinne sich weniger um ernste Angelegenheiten kümmert;schwerer hingegen wird es alten Leuten, zu ertragen, was ihnenzustößt, weil ihre Kraft abnimmt, und Schwäche eintritt. Siepflegen sich weit mehr mit Sorgen über gegenwärtige oder bevor-stehende Uebel zu peinigen, oft auch sind die Umstande an sichso beschaffen, daß sie auf bejahrte Leute einen tiefem Eindruckmachen, sie schmerzlicher berühren muffen. Jsokrates sagt:Wieman im Unwetter einer Bedeckung bedarf, also im Alter der Ruheder Seele;" d. h. es darf Nichts vorhanden sein, was die Seeleschmerzlich erregt, dergleichen Sorgen und Ursachen zu Sorgen sind.

Es gehört dieß zur Schilderung der menschlichen Natur, wiewir sie aus Erfahrung kennen lernen. Ein anderer Ausspruchsagt von den Greisen bei Thukydides:Nahrung für Greise istdie Ehre." Bejahrten Menschen thut es am wehesten, wenn siesich verächtlich behandelt sehen, und doch ist es ein allgemeinerFehler, daß die, so in des Lebens Blühte stehen, das Alter ver- ^achten, und schon Jesaias zahlt es zu den großen, schmählichenUebcln in der Welt, daß die Ehrerbietung gegen das Alter unter-gegangen sei.

Darum sagt Christus Petro nicht allein vorher:Du wirstLeiden zu erdulden haben;" sondern fügt hinzu:wenn dualt sein wirst." Er will ihn vorbereiten auf künftige Noch,und zwar, die ihn in dem Alter treffen werde, in welchem er,dem Fleische nach, eine viel herbere Empfindung des Schmerzeshaben werde. Wir sollen aber wissen, daß auch wir bereit seinsollen, das Kreuz zu tragen, dann nämlich, wenn es Noch sein >

wird, wie Petrus spricht:Niemand aber unter euchleide als ein Uebelthäter, sondern wo es Noch ist."

(1. Petr. 4, 15.) d. h., wenn es das Bekenntnis der Wahrheitfordert, welches hier mit dem süßen Lobspruch geziert wird, daßcs Gott preise. Denn Johannes sagt, Christus habe Solchesgesprochen,zu deuten, mit welchem Tode Er Gottpreisen würde." Gottesdienst ist es demnach, ob dem Be-kenntnis leiden, oder durch sein Leiden bezeugen, daß man wahr-haft dieser Ueberzeugung sei, durch solches Zeugnis die Wahrheitausbreiten und Viele znr Erkenntniß und zum Preise Gottes führen.

Klemens von Alexandrien erzählt, daß Petrus seine Gattinn,als er sie zur Hinrichtung führen gesehen, angeredet, und ihrdiese Trostworte zugerufen habe:Gedenke des Herrn, mein

theures Weib; das ist die Ehe der Heiligen!" Diese Erzählung jbezeugt, daß dem Petrus in seinem Alter widerfahren ist, was