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6 (1830)
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Evangelium Johannes 21.

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allein da im menschlichen Geschlechte, sondern uns im Zaume hal-ten, damit auch Andere geruhig leben können. Wer das nichtthun, und die Ruhe und Zufriedenheit Anderer nicht berücksich-tigen will, ist jenem Brudermörder'Kain nicht unähnlich, derauf die Frage des Herrn:Wo ist dein Bruder Abel?"sich durch den Einwand rechtfertigen will:Soll ich meinesBruders Hüter sein?" (1. Mos. 4, 9.) Aber er kann mitdieser Ausflucht weder Gott, noch seinem Gewissen genug thun.-

Hierher gehört noch, daß die Verletzung der äußern Zucht auchdurch das Aergerniß Andern schadet, weil, was Andere dich thunsehn, bald auch selbst nachzuahmen versuchen.

Noch ist übrig der vierte Grund, in Ansehung dessen Pau-lus spricht:Das Gesetz ist unser Auchtmeistcr ge-wesen bis auf Christum." (Gal. 3, 24.) Es ist daheräußerliche Zucht auch darum nothwendig, damit die Menschenvon Christus können belehrt werden, und damit Christus inihren Herzen wirksam sein kann. Denn diejenigen, welche ihrenverbrecherischen Wandel verfolgen, und hartnäckig fortfahren, dieZucht zu verletzen, stoßen Christum von sich, und der hei-lige Geist kann in ihnen nicht wirken. Auch kann unmöglichGlaube entstehen in dem, der sein Gewissen freventlich verletzt.Darum steht geschrieben:Irret euch nicht; kein Hureroder Ehebrecher hat Erbe am Reiche Gottes, unddarum kommt Gottes Zorn über die Kinder des Un-gehorsams." (Ephes. 5, 5. 6.) Wer ein Ehebrecher, Hurer,oder überhaupt ein lasterhafter Mensch bleiben, wer in irgendwelchem bösen Vorsatz verharren will, der soll wissen, daß erkeine Vergebung seiner Sünden erlangen kann, weil jener eidlichbekräftigte Ausspruch Gottes als nothwendig die Bekehrung for-dert:So wahr Ich lebe, Ich habe keinen Gefallenam Tode des Gottlosen, sondern daß er sich bekehreund lebe." (Ezech. 33, 11.) Und Jesaias ruft aus:Las-set ab vom Bösen; lernet Gutes thun!" (K. 1, 16.17.)Nothwendig ist es daher, die Sünden wider das Gewissen abzu-legen.

Diese Gründe, welche uns zur Beobachtung der Zucht ver-pflichten, müssen Allen bekannt sein, weil sie, je fleißiger wir siebeherzigen, desto mehr uns zu einem wohlgeregelten Betragen er-muntern. Wenigstens ist Unwissenheit und ein rohes Cyklopen-leben mit Nichten, wie Manche meinen, Tugend. Oft, wenn ichunsere Zeit betrachte, erfaßt mich ein so gewaltiger Schmerz im