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6 (1830)
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Evangelium Johannes 21.

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lichkeit und Lieblichkeit. Eusebius erzählt, er habe sein Evan-gelium zur Widerlegung des Ebion und des Cerinth geschrieben,welche in Christo nur eine menschliche Natur umrahmen.Ohne Zweifel mußten ihm jene unseligen Spaltungen, zumal inAnsehung des wichtigsten Glaubensartikels, sehr schmerzlich sein;obgleich es auch viele andere Secten in jener Zeit gab, derentraurige Jrrthümer er nicht ohne den tiefsten Seelenschmerz be-trachten konnte. Auch mußte er Zeuge von dem Fall Jerusa-lems und von den ununterbrochenen Unruhen seines Volkes vorund nach demselben sein, bei welchen täglich viele Menschen um-gebcacht wurden. Bei diesem Falle seines Vaterlandes und demUntergange seines Volks belehrte ihn die Sache selbst, daß dasLos der Kirche in diesem Leben fortwährende Kämpfe und Müh-seligkeiten sind, und er gewann die Ueberzeugung, daß einst derGlanz der Kirche ein anderer sein werde; er lernte, daß auch indiesem Leben Gott Seine Gerichte in der Züchtigung der Gott-losen ^offenbare.

Gott hat die Lehre des Johannes auch durch Wunder be-stätigt. Die Geschichte der alten Kirche zählt Mehrere nament-lich auf, welche er vom Tode erweckt; er selbst entging, sowohlals man ihm Gift gereicht, als auch, da er in ein Gefäß vollsiedenden Oels geworfen worden war, unversehrt dem Tode.

Eusebius erzählt noch zwei Geschichten, welche Erwähnungverdienen. Die eine betrifft den Tod des Cerinth. Als Johan-nes erfuhr, daß Cerinth, im Bade sitzend, unter seinen Genossenseine Lästerungen (gegen Christus) ausstoße, ermahnte er seineZuhörer, mit welchen er zu dem nämlichen Badchause gekommenwar, schnell mit ihm umzukehren,denn Gott" sprach er,wirdsolche Lästerungen nicht dulden;" und sobald sie herausgegangcnwaren, brach das Gebäude zusammen und begrub den Cerinthnebst den Seinigen unter seinen Trümmern.

Die andere Erzählung hat einen Jüngling zum Gegenstand,der von Johannes zur Buße zurück gerufen worden. Johanneshatte einen Jüngling von ausgezeichneten Geistcsfähigkeitcn einemgewissen Bischof in einer Nachbarstadt von Ephesus empfohlen.Nachdem er die Hauptlehrcn des Christenthums gelernt und dieTaufe erhalten hatte, verließ er in der Folge die Schule des Bi-schofs, und schloß sich schlechter Gesellschaft an. Als Johannesseinen Aufenthalt erfuhr, begab er sich selbst zu dem Raubgesindel,in dessen Gemeinschaft Jener sich befand, und ließ nicht eher ab,als bis er ihn von Jenen abgezogen hatte. Ungeachtet der Jüng-