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Am Tage Johannes des Evangelisten.
ling Anfangs den Anblick des Johannes floh, so kehrte er doch,nachdem ihm von demselben Verzeihung zugesichert worden war,mit ihm zur Kirche zurück. Ein deutliches Beispiel, daß auchGefallene zu bußfertiger Gesinnung! zurück kehren können, undwenn sie aufrichtige Zeichen der Buße geben, in der Kirche aus-genommen werden müssen.
So viel von der Geschichte des Johannes, der fast alleinunter den Aposteln einen ruhigen Tod gestorben ist, wahrend diemeisten klebrigen gewaltsam hingerichtet worden sind.
Wir wollen nun einige Hauptpunkte aus dem heutigen evan-gelischen Abschnitte ausheben. Es sind aber vornehmlich zwei,welche im täglichen Leben die vielfachste Anwendung finden; der !
erste: vom Unterschied der äußern Zucht und des E
Kreuzes, der zweite: von der cigenthümlichen Beru-fung eines Jeden, und von der Verpflichtung, sichvor unnützer Vielthuerei, vor Neugierde und Miß-gunst zu verwahren.
Zuerst spricht Christus zu Petro: „Da du jüngerwärest, gürtetest du dich selbst; wenn du aber altwirst, wird ein Anderer dich gürten." Hier wird einedoppelte Umgürtung beschrieben; die erstere bedeutet die äußerlicheZucht, d. i. die Leitung der Vernunft, nach welcher wir unseräußeres Betragen den göttlichen Geboten gemäß einrichten. Das ^kann der menschliche Wille einiger Maßen leisten. Die andere Um-gürtung ist etwas viel Wichtigeres, sie bedeutet nämlich, demKreuze sich unterwerfen und Anfechtungen ertragen, die man sichnicht durch seinen eigenen Willen zugezogen. Indem bei Ertragung 'derselben die Heiligen Geduld und Standhaftigkeit bewähren, beginntdie Erlödtung, und die geistige Gottesverehrung lebt in ihnen aus.
Christus stellt beide zusammen, um dem Petrus die Ein-bildung zu benehmen, das Reich Christi werde in süßer Ruhebestehen, und die Apostel würden in demselben Macht und Reich-thum besitzen, Länder beherrschen, und alle Gemächlichkeit undEcgötzlichkeiten dieses Lebens genießen. Diesen süßen Traum greift >Christus an und will, daß Petrus sich auf das Kreuz vorbereite jund sich überzeuge, Gott wolle, daß er Ihm diene, nicht alleinin äußerlicher Zucht, sondern auch durch geistigen Gehorsam, vondem ein Theil Geduld in Anfechtung ist.
Ich will nun die Gründe angeben, um deren willen alle !Menschen zu äußerlicher Zucht verpflichtet sind. 1
Der erste Grund ist: Die Nothwcndigkeit, dem Gebote Got-