Druckschrift 
6 (1830)
Entstehung
Seite
23
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Am Tage Johannes des Evangelisten. Evangel. Joh. Sl. 23

die Verbrecher ins Gefängniß setzt, oder den Dieb aufhängen läßt.Sondern von Innen regt der heilige Geist das Herz an, daßes durch Erkenntniß belebt, in Regungen der Furcht und LiebeGottes flamme, die Vollendung wird aber erst im ewigen Lebenerfolgen, wo kein Lehramt mehr nöthig sein wird, weil dann GottAlles in Allem sein, d. h. unmittelbar Sich und Seine Güteruns mittheilen wird.

Aber auch der Grund der Gesetzesseinde gilt nicht, welche,indem sie den Ausspruch Christi:das Gesetz reichet bisJohannes," auch auf die zehn Gebote anwenden, nun weiterschließen, das Gesetz dürfe nicht ferner gepredigt werden. Wollteman auch jenen Zänkern zugeben, daß die zehn Gebote zugleichmit der mosaischen Verfassung sielen, in wie fern man sie näm-lich als ein äußeres Zuchtmittel für die Bürger jener Verfassungoder das Volk des ^Gesetzes betrachtet, so gilt doch das geistigeAmt, welches innere und äußere Sünden straft, für alle Zeitenbis zum ewigen Leben. Denn die Stimme Gottes bleibt, welchedie Sünden straft, und die zehn Gebote werden im Amte desEvangelium wiederholt und erklärt, welches Johannes beginnt,damit nicht nur die Sünde aufgedeckt, sondern auch die demEvangelium eigenthümliche Verheißung von der Vergebung derSünden hinzu gefügt werde.

Am Tage Johannes des Evangelisten.

Text Evangel. Joh. 21.

(Einige Andeutungen aus der Lebensgcschichte des Johannes.)

- ll^er Evangelist Johannes gehörte zum Stamme Juda.Sein Vater war Jebedäus, seine Mutter Salome, die SchwesterJosephs, des Verlobten der Maria. Er war demnach mitChristus im dritten Grade verwandt. Ec erreichte ein hohe«Alrer, was wenigen Andern widerfuhr; denn er wurde gegen 90Jahr alt; zur Leidenszeit Christi betrug sein Alter etwas über