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Am dritten Adventssonntage.
mit der Weisheit und Gerechtigkeit Gottes begriffen, und das sSittengcsetz als dasjenige aufgefaßt werden, in welchem dargestellt jwird, wie Gott ist, und wie wir werden muffen. Denn dieLehren desselben haben das zum Gegenstand, was in Gott undin uns bleibend ist.
Das Cerimonialgcsetz handelt nicht von Dem, was in uns ist,sondern von äußern Gebräuchen, weil alle Cerimonieen nur Hand- slungen der äußern Zucht, äußere Schatten waren, die auf etwas 'Anderes hindeuteten. Ferner beziehen sie sich nur auf eine be-stimmte Zeit, und sind nichts Bleibendes, nur äußere Handlun-gen, die für den Menschen keinen beharrlichen Werth haben;darin liegt der klare Unterschied des Moral- und des Cerimonial-gesetzes. Darum müssen wir uns gewöhnen, bei der Betrachtungdes Sittengesetzes die Quelle desselben, d. h. die Weisheit undGerechtigkeit in Gott, uns vor Augen zu stellen. Denn auf dieseWeise wird die hohe Wichtigkeit dieser Dinge richtiger aufgcfaßt, !und es ist das Sittengesetz unbezweifelt darum bei der Schöpfungdem menschlichen Herzen eingepflanzt worden, damit es ein Zeug-niß von Gott wäre.
Das bürgerliche Gesetz ist die zum Frieden unentbehrlicheäußerliche Zucht eines äußerlichen Vereins. Auch dieses beziehtsich aus äußerliche Handlungen, im bürgerlichen Leben nämlich,gleichwie sich das Cerimonialgesetz auf den äußerlichen Cultus imkirchlichen Leben jenes Volks bezog. Auch die bürgerlichen Gesetzesind ein Ausdruck des göttlichen Willens, weil Alles, was dieFörderung äußerer Zucht betrifft, Zeugnis; ist, daß Gott dieSünden haßt und straft; denn Gott will, daß die bürgerlicheGerechtigkeit von Seiner eigenen Gerechtigkeit zeugen soll, undstraft, nach den Lehren der Geschichte, da, wo die ObrigkeitVerbrechen nicht straft, die Obrigkeiten und ihre Untergebenenselbst. -
Wiewohl aber die bürgerliche Gerechtigkeit ein Zeugniß vonGott ist, so ist doch die bürgerliche Zucht selbst noch nicht jenesEwige, was das Sittengesetz als wesentlich fordert. Der WilleGottes hat den Cerimoniecndienst, wie die bürgerlichen Gesetze !verordnet, um die Verfassung jenes Volkes zu stützen, und mit »
derselben zu fallen, wenn Christus kommen, und Sein Reichauf der ganzen Erde ausgebreitet werden würde. Die AnkunftChristi war daher das Ende jener Schatten und jener Ver-fassung, welche hauptsächlich zu dem Zwecke gegründet wordenwar, damit ein bestimmter Ort vorhanden wäre, wo Chri-