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6 (1830)
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Am dritten Adventssonntage.

Kleinsten im Himmelreiche" nannte, und wenn auch dießweit über menschliche Fassungskraft hinaus liegt, so muß es unsdoch antreiben, dem Sohn Gottes brünstig zu danken, daß ErSich auch um unsertwillen so tief erniedrigt hat. Zugleich wollenauch wir aus diesem Bilde der vollkommensten Demuth ein kleinwenig Geduld, ich will nicht einmal sagen Demuth, lernen, undunfern abscheulichen, schmählichen Stolz nach jenem GeboteChristi selbst ablegen, wo Er sagt:'Lernet von Mir;denn Ich bin sanstmüthig und von Herzen demü-thig!" (Matth. 11, 29.)

Der letzte Hauptpunkt betrifft das Wort:Das Gesetzund die Propheten haben ge weissagt bis aufJohan-nes;" worin Christus lehren will, das Reich des Messias be-ginne nun, und das Ende der mosaischen Verfassung, die Er-füllung Dessen, was im mosaischen Gesetze angedeutet worden undder prophetischen Verheißungen, so wie des ganzen levitischenAmtes sei nun da, und ein neues Amt, nämlich das des NeuenBundes, werde nun beginnen.

Hier muß man das Wesentliche der Lehre von den Theilendes Gesetzes wiederholen, um folgendem Einwurf begegnen zu kön-nen: Was ewig und unveränderlich ist, kann nicht aufhören; dasgöttliche Gesetz ist ewig und unveränderlich, weil es die Weisheitund die Norm der Gerechtigkeit in Gott selber ist, welcheeben so gewiß nicht kann geändert werden, als Gott selbst un-veränderlich ist: folglich Hort mit Johannes das Gesetz nicht auf.

Was nun die erste Behauptung betrifft, so ist es wahr, daßdas Ewige nicht aushört, nämlich das, was in Gott selbstist; denn das ist unveränderlich. Was aber außer Ihm ist,betreffe es nun bürgerliche oder kirchliche Einrichtungen, das istveränderlich. Es redet aber Christus in diesem Ausspruche nichtvon jener Weisheit und Norm der Gerechtigkeit in Gott, welchedas Sittengesetz ist, in wie fern es Gleichförmigkeit der vernünfti-gen Geschöpfe mit Gott fordert, sondern von dem Cerimvnial-und gerichtlichen Gesetze, welches sich auf die äußerliche Verfassungdieses Volkes bezieht. Denn Ec stellt diesen Ausspruch der thö-richten Einbildung der Juden entgegen, daß die mosaische Ver-fassung sich über die ganze Welt verbreiten müsse. Diesem Wahnentgegen versichert hier Christus, mit der Ankunft Christiwerde jene Verfassung aufhören, und weil Johannes schon pre-dige, will Er sagen, so seien nun die prophetischen Weissagungenerfüllt, und Christus gesendet.