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Am dritten Adventssonntage.
tigen Messias, jedoch aber als Den verkündigte, der noch lei-den und auserweckt werden sollte. Die Apostel hingegen undwir bis heute predigen Christum als Den, der schon gelittenhat und aufcrwcckt ist. Außerdem ist es dasselbe Wort des Am-tes, dieselbe Wirkung. Alle, welche die Stimme des Johannesgläubig hörten, empfingen Vergebung der Sünden, und wurdendurch den heiligen Geist gcheiliget, gleichwie in der Folge die,welche der Stimme der Apostel glaubten. Man darf also nichtwahnen, die Lehre des Johannes sei nur eine Predigt der Buße, ^
ohne die Predigt der Vergebung der Sünden gewesen. Denn i
die Predigt der Buße ohne die Predigt der Vergebung der Sun- I
den ist nichts mehr, als eine tragische Deklamation des Sopho- !
kles oder Euripides. Gerade darin aber unterscheidet sich die !
Lehre der Kirche von der Weisheit der Heiden. Die Heiden se-hen wohl, daß schwere Strafen den Sünden folgen; sie predigenBuße, und fordern die Menschen zur Zügelung ihrer Leidenschaf-ten auf; aber von Vergebung der Sünden sagen sie Nichts.
Die göttliche Stimme in der Kirche prediget Beides, Buße und !
Vergebung. Sie mahnt an die Schuld, und weist zugleich auf !
den Sohn Gottes hin. Hatte Johannes nur Buße, nicht !
auch Vergebung gepredigt, was hatte er Anderes gelehrt, als daß 'die Menschen in Zweifel und Murren gegen Gott bleiben soll-ten? Aber bei der Taufe zur Buße wies er zugleich auf dieWohlthaten des nun erschienenen Messias hin, „von DessenFülle wir Alle nehmen Gnade um Gnade." (Joh. 1,
16.) Gnade, d. h. Vergebung der Sünden und Versöhnung mitGott. Ferner wenn er spricht: „Das Gesetz ist durch Mo-ses gegeben," d. h., durch das Gesetz werden wir nicht gerecht, j
und die mosaische Verfassung wird untergehen, wie sie auch kei-nesweges jenes hohe, den Vätern verheißene Gut ist; „dieGnade und Wahrheit aber ist durch Jesum Christumgeworden;" d. h., wir müssen in Christus etwas Höheres ^
und Herrlicheres anerkennen, als das Gesetz ist. Das ist aber >
die Gnade, nämlich die Vergebung der Sünden, und Wahr- >
heit, d. i. nicht Schattenbilder, nicht vergängliche Güter dieses I
Lebens, sondern wahre, dauernde Güter, Weisheit, Gerechtigkeit, .
ewiges Leben und unvergängliche Freude. Solches muß man er- !
wägen, um die Größe und Bedeutung des Amtes einzusehen, j
welches der Täufer verwaltet hat.
Aber warum setzt Christus hinzu: „Der aber derKleinste ist im Himmelreich, ist größer denn Johan-