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Am dritte» Adventssonntage.
Schwachheit; dieser darfst du nicht gewahren, sondern mußt inKraft des Geistes sie bekämpfen und im aufrichtigen Seufzenund Gebet flehen, daß der heilige Geist je mehr und mehr dichkräftigen wolle. So wirst du gewiß gerettet werden, wie sehr
auch der Teufel sich dagegen setze.-
So viel zum Verständniß der Worte: Es wird daraus ein-leuchtend, wie viel auf Sprachkenntniß und wissenschaftliche Ge-nauigkeit ankomme, um die Eigenthümlichkeiten der biblischenSprachweise zu verstehen, und gegen fanatischen Wahn gerüstetzu sein, zumal da in unserer Zeit gar Viele durch Herabsetzungder Wissenschaft bei der Menge Ansehen zu erlangen suchen.Aber solche Leute gefallen sich meistens in ihren vorgefaßten Mei-nungen, und weil sie selbst gelehrter Bildung ermangeln, wollensic unter dem großen Haufen derer, die ihnen ähnlich sind, ihrversteätes Spiel treiben.-
Laßt uns noch auf einige Hauptpunkte in unserer Erzäh-lung aufmerksam machen. Der erste ist: das Beispiel der Befe-stigung schwacher Gemüthcr, welche Wunsch und Verlangen zulernen, haben, gleichwie die Jünger des Johannes hier zu Christogesandt werden, um sich von ihm befestigen und in der Erkennt-niß der Wahrheit fordern zu lassen. Laßt uns beherzigen, daßin der Kirche, d. h. eben in der Gesellschaft der zu Gott bekehr-ten Christen zu allen Zeiten große Schwachheit herrschte. Ja inden Heiligen selbst wohnt noch große Dunkelheit.
Wir sehen, mit welchen Schwierigkeiten wir bei der Beur-thcilung der Dinge zu kämpfen haben, welche die menschlicheVernunft einiger Maßen begreifen kann. Um wie viel größer istunsere Schwachheit, wenn cs gilt, die evangelische Lehre unsfest anzucignen, welche über und außer der menschlichen Weisheitliegt und nur mit Hilfe göttlichen Lichts klar erkannt wird!
Gar schwach ist Anfangs das Fünklein des Glaubens inuns. Es will jedoch Gott, daß wir allmälig fortschreiten sollen,denn cs heißt: „Wer da hat, dem wird gegeben wer-den!" (Matth. 25, 29.) und ein altes Wort sagt: „DerMensch schreitet entweder fort, oder ec geht zurück. Dieß giltvon jeder Kunst schon, wo man bei unterlassener Uebung leichtcinrostet. Weit mehr aber fordert es die Sache bei den Uebun-gen unsers Glaubens, daß wir nach Fortschritt streben. Denn diemenschliche Natur ist im Allgemeinen so beschaffen, daß sie nicht indemselben Zustande verharrt, und wo wir nicht vorwärts schreiten,da werden wir je mehr und mehr unfern Rückschritt innc. —