Evangelium Matth. 11, L—10.
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Das ist eine weit stärkere Macht, als wem: weltliche Herr-scher Heere zusammen ziehen, um ihre Feinde zu durchbrechen;und durch dieselbe mächtige Gewalt schirmt und behütet Gott aufwunderbare Weise auch die einzelnen Frommen, daß sie ihreWallfahrt vollenden mitten unter dem Toben des Teufels undder Welt. Christus selbst verwaltet Sein Amt bis zur Voll-endung Seines Laufes, und Paulus erfüllt mit dem Evange-lium Asien, Italien, JUyrien, bis auch er am Ziele seiner Wall-fahrt ist. Gott sammelt durch ihn die Kirche trotz dem, daßder Teufel, Fürsten und Jrrlehrer ihm entgegen kämpfen.
Es erinnert uns aber auch jenes Wort: „Und die Ge-walt thun, reißen es zu sich," an unsere Pflicht, daß wirnicht träge noch müßig, nicht schläfrig noch verzagt seien, sondernder Widerwärtigkeiten und Hindernisse, welche unserm Glauben,unserm Bckenntniß und unserer Anrufung entgegen stehen, stetseingedenk sein sollen. — Ja dem Allen sollst du kühnlich entge-gen treten und durch den Trost dich kräftigen, daß, wofern dunur bei deiner Schwachheit den redlichen Eifer, gut zu handeln,besitzest, und dich nicht von der Bahn der Frömmigkeit abziehenlässest, die Kraft Gottes in dir wirksam sein werde.
Von einem Zwange, einer Nothwendigkeit, als ob dichGott mit Gewalt und ohne Rücksicht auf die Theilnahme deinesWillens zum Glauben ziehe, wie Einige den Sinn dieses Aus-spruchs entstellen, ist hier nicht die Rede, und es wird solcherWahn durch die geistige Erfahrung selbst widerlegt. Wir müs-sen dem gehörten Worte Beifall geben. Es gibt aber das HerzBeifall und wird bekehrt durch Antrieb des heiligen Geistes, undauch die guten Werke, welche darauf erfolgen, geschehen nichtmit unserm Widerstreben, sondern nur in wiefern wir wollen,und die Wiedergeburt des Willens in uns begonnen hat. Dennso lange der Mensch noch völlig widerstrebt, so lange ist nochkeine Bekehrung erfolgt.
Immer reißen es also die, so Gewalt thun, zu sich, d. h.,in welchen nicht ohne Kampf und Ringen die ersten Funkendes Glaubens entzündet worden sind, die fahren auch unter gött-licher Mitwirkung fort, und lassen sich nicht hindern. Wendesolches Jeder auf sich besonders an! Gott hat dir Gnade ver-liehen, daß du nicht ein epikurisch gesinnter Verächter des göttli-chen Wortes bist; du hast schon ein Fünklein des Glaubens,du vernimmst die Stimme des Evangelium, und möchtest dochgern, daß dein Glaube lichte Flamme werde; du fühlst deine