Evangelium Matth. 11. 2 — 10.
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nicht ein Solcher, nicht weichlich und schmiegsam war er, son-dern rauh und stachlicht vor seinem König Hcrodes, swie vor denPharisäern.
Was die Worte betrifft: „Das Himmelreich leidetGewalt, — so sind sie eigentlich so zu erklären: Das Him-melreich bricht mit Macht hervor, schreitet kräftig vorwärts, er-weitert mit Gewalt seinen Umsang, und zwar nicht mit Hilfephysischer oder politischer, sondern geistiger und göttlicher Gewalt;„es dringet mit Macht oder gewaltig durch, daß man's nicht hin-dern kann." Weder die Macht des Teufels, noch der Welt ver-mag es aufzuhalten. Als Trost stehen also diese Worte da inAnsehung der Sammlung und Erhaltung der Kirche, gegen welchedie Macht der Welt und die Pforten der Hölle toben und ver-gebens ankämpfcn. Der einfältige Sinn jener Worte ist: DieKirche wird durch göttliche Macht vermehrt und beschirmt. Gottsammelt die Kirche aus dem ganzen menschlichen Geschlechts, re-giert und schirmt sie gegen das Wüthcn des Satans und derWelt, und die Kirche wird bleiben, mag auch der Teufel unddie Welt mit aller Macht und Bosheit sich dagegen auflchnen.
Bisher hat Er vom Himmelreich, d. i. vom Sohne Gottesselbst und von der Stimme des Evangelium geredet, durch welchedie Kirche gesammelt wird, wie denn der Sohn Gottes selbstdas Haupt der Kirche ist, der in göttlicher Gewalt dieselbe sam-melt und beschirmt. Nun fügt Ec die Worte hinzu: „Und dieGewalt thun, reißen es zu sich." Das sind nämlich alledie, welche sich nicht durch die Schrecknisse der Welt, durchAergerniffe, durch Widerstreit der Meinungen und durch andereHindernisse cntmuthigen und entkräften lassen. Sie werdenvom Sohne Gottes gckrästiget zum Siege, und darum eben alsSolche bezeichnet, „die Gewalt thun", nämlich thcils in Be-ziehung auf die Feinde, welche zurückgeschlagen und überwundenwerden müssen, theils in Ansehung der Hindernisse und Hem-mungen, welche allenthalben her der Teufel in den Weg legt.Es sind daher nicht Solche darunter zu verstehen, die von schwär-merischen Gefühlen fortgerissen werden, oder willenlos gewissengewaltigen Eindrücken weichen. Eben so wenig ist jene Gewaltauf das Bestreben zu deuten, das Evangelium durch äußere Ge-walt auszubreiten, sondern gilt nur von den Hebungen der wah-ren Buße, des Glaubens, des Gebetes, des Bekenntnisses. Denndas ist eben die Gewalt, mit der man unablässig gegen denTeufel und die Macht der Welt ankampfen muß.