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6 (1830)
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Evangelium Matth. 11, 310.

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^ auch die redliche Thal schänden. Wiewohl es nun wahr Ist,- was Salomo sagt:Die Worte des Verleumders sind

! wie Schläge und gehen durchs Herz," (Sprichw. 26, 22.)

! und es überall Menschen gibt, welche von Natur schmähsüchtig,den Splitter im Auge des Nächsten wahrnehmen, den Balkenim eigenen Auge aber nicht achten: so darf man jedoch auchdie Lästerungen solcher Leute nicht so sehr fürchten, daß man dasNothwendige dabei vernachlässigte. Denn wir sollen unsre Ab-

> sichten, Handlungen und Unternehmungen dem Gebote Gottes^ gemäß einrichten, wir sollen richtig lehren und eifrig beflissen

sein, die wahre Lehre aufrecht zu erhalten und zu vertheidigcn.Also werden wir vor Gott eines guten Gewissens uns erfreuen,

> und bei allen Wohlgesinnten in der Kirche eines guten Namens! versichert sein dürfen.

Weiter sagt Christus:Johannes sei nicht ein Nohr,das vom Winde hin und her gewehrt werde." DiesesBild bezeichnet einen Menschen, der aus bloßer Sucht nach demNeuen Etwas unternimmt. Denn alle menschliche Einrichtun-gen und Unternehmungen außer dem göttlichen Worte sind demSchilfrohre gleich, das vom Winde hin und her gewehrt wird,und es zeigt zuletzt der Erfolg, daß jener Ausspruch Christi wahrsei:Alle Pflanzen, welche Mein himmlischer Vaternicht gepflanzt hat, die werden ausgcrottet" Matth.

§ 15, 13., und:Was nicht aus Gott ist, wird verge-

^ hen." Johannes hingegen ist nicht ein von dem Winde hinund her gewehtes Rohr, d. h., der aus bloßem Streben nachi Neuerungen ein neues Institut gegründet.

^ Zugleich aber stellt jenes Bild die Unbeständigkeit Derervor Augen, welche ihre Absichten oder Lehre ihren Leidenschaftenj oder dem Beifall der Menge und der Mächtigen unbequemen.

Wiewohl dieser Fehler richtiger auf das folgende Glied zu bezie-hen ist, wo Christus sagt:Johannes sei nicht Einer,

^ der in weichen Kleidern einher gehe." Er will nämlichausdrücken, Johannes gleiche nicht jenen Schmeichlern an den! Höfen der Fürsten, welche sich nach den Launen und Neigungen

^ der Könige und Fürsten beugen. Es haben aber nicht nur die

s Mächtigen der Erde gern Schmeichler um sich, sondern auch

! dem thörichten Haufen ist Nichts lieber, als sie. Doch reden

> wir nun von den Höfen, welche Christus ausdrücklich erwähnt.

I Ein Mensch in weichen Kleibern ist also ein Hofschranz und

Schmarotzer, der gegen seinen Herrn nicht rauh und stachlicht ist.