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6 (1830)
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6
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tz Am dritten Adventssonntags

durch unsere Trennung von der römischen Kirche Aergernisse ver-anlaßt, und mithin übel gehandelt: so ist ihnen zu entgegnen,daß man allerdings vermeiden muß, durch eine Handlung Aer-gerniß zu geben, aber nur, in wie fern man sich dieselbe über-haupt niemals erlauben darf. Deßglcichcn ist: Andern Schadenzufügen, oder durch verwerfliche Mittel, als falsche Lehrsätze, bö-ses Beispiel, Unordnung und Zerrüttung anrichten. Anderer Arthingegen sind die pharisäischen Aergernisse, wenn nämlich Phari-säer und ihnen Gleichgesinnte an dem, was gut und nothwendig >ist, Aergerniß nehmen. Solches kann man weder vermeiden, !noch darf man hindern wollen, daß geschehe, was gut und rechtist, wofern man nicht Gott selbst und alle Religion von sichwerfen will. So kann Spaltung in der Kirche allerdingsEntschuldigung für sich haben, nie aber Aberglaube, und ob-gleich Paulus spricht:Thut Alles zur Ehre Gottes,und seid der Kirche nicht ärgerlich" (1. Kor. 10, 31.):so trifft doch jener Vorwurf der Papisten wegen unserer Tren-nung von der römischen Kirche unsre Kirche nicht; es ist einpharisäisches Aergerniß! Bei einem Solchen aber muß man un-terscheiden, was nothwendig, was Befehl Gottes ist. Und dasist jenes Gebot:So Jemand ein anderes Evangeliumpredigt, der sei verflucht." (Galat. 1, 19.) Und die Pa-pisten predigen allerdings dem Evangelium entgegen. Denn sielehren nicht richtig in Ansehung des Gesetzes, der Sünde, desEvangelium, der Sündenvergebung, und vertheidigen hartnäckig;ene Jrrthümer. Ihre Heiligenanrufung und Verehrung ist of- !fenbare Abgötterei; sie hindern die Ehe, und das Mahl des >Herrn verkehren sie in schmählichen Götzendienst. Können wir ^auch, indem wir von jenen Jrrthümern und Mißbräuchen uns ^lossagen, pharisäisches Aergerniß nicht vermeiden, so gehorchen jwir doch darin dem Gebote Gottes:Fliehet die Abgöt-terei!" Auch ist grundlos, wenn die Papisten behaupten, daß,wer Anlaß zu Aergerniß gebe, seinen guten Namen Preis gebe,folglich nicht recht handle. Wohl muß man einen guten Namenerstreben; aber freilich nur in seiner Ordnung, und vor Allemdadurch, daß man die Gebote Gottes beobachte, und namentlichvon diesem Ersten und Höchsten nicht weiche:Fliehet dieAbgötterei!" Wer diesem Gebote folgsam, Abgötterei undAberglauben meidet, der hat allerdings einen guten Namen, inder wahren Kirche nämlich, und bei Allen, die ein vernünftigesUrtheil anwendcn. Freilich gibt es auch viele Schmäher, welche