schic» desto rathsamer, um doch etwas in sich Geschloffeneszu geben, das Meiste aus der so genannten Postille zuentlehnen, woran sich noch einige Psalmenerklärungen an-schlicßcn mochten. Man mußte aber dabei von dem früherenPlane, nicht Auszüge, sondern ganze Stücke vorzulcgcn, et-was abweichen, wenn man nicht bei der Weitläufigkeit inBehandlung der Pcrikopen auf eine noch kleinere Zahl vonProben der Melanchthon'schen Auslegungswcise sich beschran-ken wollte.
Bei den vorliegenden Auszügen ist aber nichts Wesent-liches, nichts Unentbehrliches weggelassen worden, sondernüberall nur Solches, was unbedenklich wegbleibcn konnte,ohne den Zusammenhang aufzulösen, oder den Leser zu beein-trächtigen. Selbst wenn jede mögliche Naumersparniß min-der streng geboten gewesen wäre, mußten Auszüge am zweck-mäßigsten scheinen, weil zunächst nicht das Bedürfniß derGelehrten, denen die ganzen Werke in der Urschrift zugäng-lich sind, zu berücksichtigen war, weil ferner manche Erörte-rungen für unsre Zeit weniger brauchbar oder nöthig sind,und weil Mclanchthon's Schristerklärungen, ungeachtet ihrerGediegenheit, doch auch viele Wiederholungen und immer wie-derkchrende Entwickelungen dogmatischer Gegenstände, mitRücksicht auf die damaligen Streitfragen, enthalten.
So wünschenswert!) es war, den ganzen sechsten Thcilden Schriften zu widmen, in welchen der Geist, die Gelehr-samkeit, die Gesinnung des Verfassers vornehmlich klar sichausspricht, so mußte doch der Schluß der Biographie, dadiese nun einmal für nöthig befunden worden, den Platz be-haupten, und konnte nicht kürzer gefaßt werden, wenn man