Druckschrift 
1,2 (1825)
Entstehung
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Schwefelwasserstoff - Cyan.

Materie in orangegelben Flocken abgesetzt hat, erhältman durch Abdampfen noch eine andere gelbe, krystalli-sirte Materie, welche zuerst von Gay-Lussac beschrie-ben wurde, deren Zusammensetzung und Eigenschaftenaber noch unbekannt sind. Er erhielt dieselbe, als er1 Volum Cyangas mit 1,5 Volum Schwefelwasserstoffgasmit einander vermischte. Die Gase wirken nur bei Ge-genwart von Feuchtigkeit auf einander und es bilden sichdann allmählich hellgelbe, feine Nadeln, welche in Wasserleicht löslich sind, und deren Auflösung die Bleisalze nichtfällt, da hingegen die Auflösung der vorigen orangerothenVerbindung dieselben mit feurig gelber Farbe fällt. Diegleichzeitige Bildung dieser beiden Körper auf die obenangegebene Art scheint die Erklärung des Umstandes zugeben, dafs Cyangas und Schwefelwasserstoffgas nur beiGegenwart von Wasser aufeinander wirken.

Anmerkung. Ich bin weit entfernt die verwirrendeAebnlichkeit der von mir, für die Verbindungen des Cyansmit Schwefel, gebrauchten Namen zu billigen, und hättegerne bessere Benennungen zu finden gewünscht. In Er-mangelung derselben mufste ich jene annebraen, undbitte, dafs der Leser auf die Verschiedenheit in ihren Ab-leitungen und auf die Zusammenstellung der Worte auf-merksam werden möge. Wir müssen demnach schreibenCyanschwefel - Wasserstoff, nicht Cyan-Schwefel-wasserstoff, Schwefelcyan-Wasserstoff, nicht Schwe-fel-Cyanwasserstoff u. s. w., denn die letzteren Alterna-tive zeigen ganz andere nähere Bestandtlieile an, und kön-nen Verbindungen in anderen Verhältnissen zwischen denGrundstoffen bezeichnen.