Ameisensäure.
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sigkeit wird dann mit kohlensaurem Kali im Ueberschussegesättiget, hierauf mit einer Auflösung von schwefelsau-rem Eisenoxyd so lange gemengt, als noch ein Nieder-schlag erfolgt. Hierauf wird die Flüssigkeit, welche durchdas Eisenoxyd von den organischen Stoffen befreit wor-den ist, mit Alkali genau gesättiget, zur trocknen Masseabgedampft und dieselbe dann mit Schwefelsäure versetztund destillirt.
Döbereiner hat die interessante Entdeckung ge-macht, dafs die Ameisensäure künstlich hervorgebrachtwerden kann. Man erhält sie, wenn 1 Th. krystallisirteWeinsäure, 2 ~ Th. gepulverter Braunstein (Mangansuper-oxyd) und 2i Th. Schwefelsäure von 1,85, die zuvor mit2 bis 3 mal ihres Gewichts Wasser verdünnt worden ist,in einer geräumigen Iletorte mit einander vermischt undgelinde erwärmt werden. Es entwickelt sich dabei vielkohlensaures Gas, und die Masse steigt deshalb gern über.Nachdem diese Gasentwickelung aufgehört hat, wird dieFlüssigkeit überdestillirt. Das Destillat ist verdünnteAmeisensäure, welche durch Sättigung mit Alkali unddurch Destillation des trockenen ameisensaui'en Salzes mitSchwefelsäure concentrirt werden kann. Dieser Prozefsläfst sich so erklären, dafs der Sauerstoff, welcher durchEinwirkung der Schwefelsäure auf das Mangansuperoxydim Entwickelungs-Augenblicke in Berührung mit der Wein-säure kommt, Kohlenstoff und Wasserstoff derselben zuKohlensäure und Wasser oxydirt, bis endlich Ameisen-säure übrig bleibt, welche dadurch nicht weiter verän-dert wird.
Die concentrirte Ameisensäure hat einen sauren, ste-chenden, angenehmen Geruch, ganz so, wie gereizte Amei-sen. Sollte sie von schweflicbter Säure verunreiniget sein,so wird sie durch Bleisuperoxyd auf dieselbe Weise, wiebei der Essigsäure angegeben worden, davon befreit. Sieist farblos und weniger scharf sauer, als die Essigsäure.Man erhält sie nur im wasserhaltigen Zustande, und sieist in isolirter Gestalt unbekannt. Ihr specifisches Ge-,wicht im concentrirten Zustande ist, nach Gehlen, 1,1168,I. 39