Druckschrift 
1,2 (1825)
Entstehung
Seite
523
Einzelbild herunterladen
 

Jodsäure.

523

Mit der Phosphorsäure giebt sie eine feste, gelbe,krystallinische, wasserhaltige Verbindung, welche unver-ändert sublimirt werden kann. Von der flüssigen phos-phorichten Säure wird die Jodsäure aufgelöst; beim Er-wärmen der Auflösung schlägt sich aber Jod nieder, undes wird eine Verbindung von Jodsäure und Phosphorsäure'gebildet.

Mit Borsäure giebt sie eine leichtlösliche Verbindung,die nicht krystallisirbar ist, nach der Abdunstung zurTrockenheit eine weifse Farbe hat, und zu ihrer Zer-setzung eine höhere Temperatur, als die Jodsäure allein,erfordert.

Wenn die Jodsäure in Pflanzensäuren aufgelöst wird,fangen diese nach einer Weile an durch sie zerlegt zuwerden, indem kohlensaures Gas mit Brausen entweichtund Jod gefällt wird.

Jod kann sich auf gleiche Weise wie Chlor durchEinwirkung von Alkalien und Salzbasen oxydiren. f. derSalzbasis werden zu Jodmetall reducirt und i in jodsau-res Salz verwandelt. Läfst man Jod so viel Chlorgas alses vermag absorbiren, und sättigt man dann diese Ver-bindung mit einer Salzbasis, z. B. mit Kali, so erhält mandie ganze Menge Jod in Säure verwandelt, während dasChlor das Kali zu Chlorkalium reducirt.

Die Jodsäure besteht aus 2 Volum Jodgas und 5 Vo-lum SauerstofFgas, oder dem Gewichte nach aus 100 Th.Jod auf 32 Th. Sauerstoff. In hundert Theilen bestehtsie aus 75,76 Th. Jod und 24,24 Th. Sauerstoff; und ihreSättigungscapacität ist .t von ihrem Sauerstoffgehalt oder4,S5. Ihre Salze liefern beim Glühen SauerstofFgas undverwandeln sich in Jodmetalle.

2. Jodichte Säure.

Diese noch nicht hinlänglich untersuchte Verbindungwurde 1S24 von Sementini entdeckt.

Man erhält dieselbe, nach seiner Vorschrift, wennJod mit chlorsaurem Kali in einem solchen VerhältnisseI. 35