Druckschrift 
1,2 (1825)
Entstehung
Seite
488
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4S8 Stickstoffoxyclnl.

stoffgas gemengt, oder über glühendes Eisen oder glühen-den Salpeter geleitet wird. — Am besten erhält man esindessen aus salpetersaurem Ammoniak. Dieses Salz, vondem weiter unten die Rede sein wird, mufs zu diesemBehuf mit einer von Salzsäure freien Salpetersäure zube-reitet sein; wenn man es mit gemeinem Scheidewassermacht, mufs dieses vorher so lange mit salpetersauremSilber gemengt werden, als noch ein Niederschlag er-folgt. Die Salzsäure wird dabei durch das Silberoxyd zer-setzt und als Chlorsilber ausgeschieden, und das überschüssigzugesetzte Silbersalz mit kohlensaurem Ammoniak zerlegt,worauf die Lösung filtrirt und bis zum Krystallisiren ab-gedunstet wird. Das Salz wird in eine Retorte mit Ent-wickelungsrohr (Fig. 1. Taf. II.) eingelegt, und die Re-torte über der Flamme einer Lampe oder über einigenKohlen erhitzt. Es schmilzt erst und kommt dann in’sKochen, wobei das Gas in grofser Menge entwickelt wird.Zeigen sich weifse Dämpfe in der Retorte, so ist dieHitze zu stark und es wird ein Theil des Salzes sublimirt.Bei dieser Zerlegung verbindet sich der Wasserstoff desAmmoniaks mit dem Sauerstoffe der Salpetersäure zuWasser, und der Stickstoff desselben mit dem Stickstoff-oxyd (welches aufserdem bei der Zersetzung der Säureerzeugt werden würde) zu Stickstoffoxydul; das Gas wirdüber einer gesättigten Auflösung von Kochsalz im Was-ser aufgefangen. Nimmt man dazu reines Wasser, so lei-det man, durch das Einsaugen des Gases im Wasser,einen bedeutenden Verlust. Entwickelt man das Gas auseinem unreinen, Salzsäure haltigen Salze, so erzeugt sichanfangs eine Menge Chlor, wodurch das Gas verunreini-get wird, und wovon es durch Umschütteln mit Wassernicht befreit werden kann, weil beide Gasarten ziemlichgleich löslich darin sind. In diesem Falle mufs es dahermit einer Lauge von ätzendem Kali, oder mit Kalkwas-ser umgeschüttelt werden. Noch eine andere Verunreini-gung des Gases entsteht, wenn bei seiner Bereitung aussalpetersaurem Ammoniak die Hitze zu stark wird; esentwickelt sich dann ein Theil Ammoniak unzersetzt, und