Druckschrift 
Johann von Werth : eine deutsche Reitergeschichte
Entstehung
Seite
226
Einzelbild herunterladen
 

226

Und Schirm und Schutz und Wehre sein!Ein zürnend Grollen war' zu klein.

Und Beide langen von der WandDas Schwert. In fauler Ruhe standDer Panzer und der Helm zu lang.

Sie schnallen frisch in jungem Drang

Die Waffen um. Jetzt rasch zum Stall!

Fortuna hebt mit sreud'gem Schall

Ein laut Gcwichcr. Fortunat

Begleitet sie. Nun auf den Pfad

Des rauhen Kriegs! Rasch gilt's zu scheiden

Auf Wiedersehn nach kurzem Meiden!

O, lebet wohl, Weib, Mutter, Kind!

Und weinet nicht!" Und wie der Wind

So sitzen beide hoch zu Rosse

Und fliegen rasselnd aus dem Schlosse.

Erst aus dem Ritt besieht der WerthDen Boten sich. Und seltsam fährtEs durch den Geist ihm wie ein Licht,Ihm ist, er kenne das Gesicht:

Es gleicht den Frentz von Schlenderhan.Da geht alsbald ein Fragen an.

Bei Gott, das ist des Freiherrn Sprosse,Dem er gehütet einst die Rosse.

Der Junge war noch nicht geboren,

Als er den Reiterdicnst erkoren,

Doch sah den Knaben er vor Jahren,

Als er am Schloß vorbei gefahren.

Sein Nam' ist Winand. Keck und dreistIst ihm das Herz und klar der Geist.