216 ,
Doch wie er in die Lande reitet,Seltsame Schau, da schwebt und gleitetMarie von Kuffstein's Helles BildVor seinem Geist. Sic lächelt mildIhm zu aus Wald und Au und Haide.O, welche süße Augenweide!
Es ist die freundliche Gestalt,
Der Mund, die Augen; mit GewaltNimmt sie ihm die Gedanken weg.
Im Herzen wird die Sehnsucht reg.
So lenkt er nicht nach Benatek,
So lenkt er um zum Süden keck,
Er lenkt zur Ens, und manchen TagDurchreitet er Gebirg und Hag.
Da blinkt vor ihm ein hohes Schloß,Da fraget er von seinem Roß.
Das find des Grafen Kuffstein Güter!Der Alte ist der Landschaft Hüter.
Und rasch durchziehet er das Thor.
Die Diener stürzen rasch hervor,
Sie bringen ihm das Roß zu StallUnd führen ihn zur hohen Hall.
Dort stehen zum Empfang bereitDie Eltern und dort steht die Maid.
O, wie ihr über das GesichtTief purpurnes Errötheu bricht!
Sie sucht ein ruhig Wort zu heben,
Doch ihre Stimm erstickt im Beben.
Laut ruft sie dann: „Johann von Werth!"Wie ward da hoch der Gast geehrt,