Druckschrift 
Johann von Werth : eine deutsche Reitergeschichte
Entstehung
Seite
152
Einzelbild herunterladen
 

1S2

Und hielten's mit Franzos und Schweden,Die jetzt allein das Reich befehden.

Wer aber sind des Feindes Streiter,

Wer ist ihr Fußvolk, wer die Reiter?

Es ist Franzos und Schwede nicht,

Was jetzt im Heer des Feindes ficht, xO nein, verlottert und verdorbenGesindel ist's, zum Krieg geworbenIn unfern eignen deutschen Gauen.

Ich sprech es aus mit tiefem Grauen.

Was soll ich von dem Kriege sagen?

Die Tage reihten sich den TagenFlau, faul, matthcrzig, schläfrig an,

Denn nirgends stand der rechte Mann.Die größten Helden lagen todt.

Wohin man schaute, nirgends botSich Hoffnung der Entscheidung dar.

Der Schweden letzter Feldherr warHerr Baner. Viele wackre WerkeSchuf er vorcinst mit Mnth und Stärke,Als Gustav Adolf ihn gelenkt.

Doch hat er längst sich schnöd versenktIn liederliche Leidenschaft.

Bei Weibern welkte seine Kraft.

Nur jüngst noch that er einen StreichVon scharfem Muth, der schier das ReichZerbrach, im Fall er ihm gelungen.

Der Ruf des Kaisers war erklungen,

Der hieß die deutschen FürstenschaarenNach Ncgcnsburg zum Reichstag fahren.