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Johann von Werth : eine deutsche Reitergeschichte
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131
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Jetzt kann er nicht mehr für dich reiten,

Jetzt kann er nicht mehr für dich streiten!

Er schaut hinaus durch blinde Scheiben

Und singt: „Das Reich muß uns doch bleiben!"

Da öffnet sich die Thür. Es trittBernhard der Held mit festem SchrittZum Raume. Der Gefangne kehrtSich nach ihm hin. Er grüßt den Werth,Werth grüßet ihn. Bernhard hebt an:

„Nun sagt mir doch, gefangner Mann,

Was tragt Ihr stets mir solchen Haß?"

Doch Jener spricht: „Wer sagt Euch das?

Nie haßt' ich Euch. Eur kühnes HerzHieß mich Euch achten allcrwärts.

Eur Mannesmnth in Heller JugendSchien stets mir eine schönste Tugend!"

Und Weimar ruft: „Es ist nicht Haß!

Was trieb Euch denn ohn Unterlaß?

Jüngst suchtet Ihr mir stets zu wehren,

Ans Frankreich wieder heimzukchrcn,

Dem deutschen Mann zum deutschen Heerd!"„Ei," tönt'S, „ich trug des Kaisers Schwert!Gränzhüter war ich seinem Reiche.

Was sollt' ich schonen da der Streiche!"

Da denkt der Herzog ihn zu schraubenUnd meint: „So habt Ihr meinen GlaubenIn mir verfolgt? Dem ProtestantSeid Ihr so rastlos nachgcrannt!"

„O nein," spricht Werth, „mein schlichtes WesenKann in dem Herzen nimmer lesen;