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Johann von Werth : eine deutsche Reitergeschichte
Entstehung
Seite
56
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Und also ist's. Der Alte spricht:

„Es treibet mich des Herzens Pflicht,

Euch, edler Herr von Werth, zu danken.Ihr löset hier noch andre SchrankenWie die der Bürger. Seht, wir sindLandsleute. Ihr ein rheinisch Kind,

Ein Kaufherr Kölns ich, Gerhard Bcnth,Der weiten Handels sich erfreutIm Norden und im Süd. Ich ritt —Und meine Tochter nahm ich mit —

Auf Wien in eiligen Geschäften.

Zn viel vertrant' ich frischen KräftenUnd gutem Glück. Denn, ach, cs nahmen,Als wir zur fränkischen Gränze kamen,

Die Schweden unser Hab und Gut,

Sie hielten uns in enger Hut,

Um reiches Lösgeld zu erlangen.

So saßen wir denn hier gefangen.

Ich hoff, Ihr habet nichts dagegen,

Daß heim wir ziehn auf raschen Wegen.Doch eh wir's thun, mögt Ihr gewähren,Daß wir in Euch den Retter ehren!"Zugleich küßt er des Kriegers Hand,

Die Tochter, welche nah ihm stand,

Naht auch, dem Werth die Hand zu küssen.Doch solch dcmüthigen ErgüssenWehrt bald der Held, der scherzend spricht:„So leicht löst man vom Werth sich nicht.Landsleute seid Ihr und gefangen,

Da müßt Ihr noch ein Weilchen bangen.Bevor Ihr geht, sollt Ihr im SaalMitfeiern hier das Sicgcsmahl.