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Türkei und Griechenland (1829 und 1830)
diplomatische Agent bei der hellenischen Regierung, der Bevollmächtigte der but.Regierung, Dawkins, übergab dem Präsidenten (am 19. Nov. 1828) sein Be-glaubigungsschreiben, und der franz. Oberst Fabvicr kehrte aus Frankreich nachMorea zurück, um das hellenische Nationalhcer zu organisiren, verließ aber, weilman seine Anordnungen nicht befolgte, Griechenland für immer, worauf im Aug.1829 General Trezcl als Generaldirector der rcgulairen Truppen von Griechenlandangestellt wurde.
Endlich gaben Rußlands Waffen die Entscheidung. In dem Feldzüge von1829 führte seit dem 21. Febr. 1829 General v. Diebitsch *) die russ. Heerevor die Festungen Silistria (17. Mai) und Giurgcwo. Schon im Febr. hatten dieRussen Kaie, den Brückenkopf von Nikopolis, und die Festung Turno an derDonau erobert. Als nun der neue Großvesier Reschid Mehemet Pascha, welcheram 31. Jan. 1829 an Jzet Mehmed's Stelle getreten war, zum Angriff gegenParawody vorrückte, so eilte General Diebitsch von Silistria her zum Entsätze Her-de! und schnitt den Großvesier von Schiumla ab. Dadurch nöthigte er ihn zu derSchlacht bei dem Dorfe Kulawtscha (oder Kuslewtscha, 1^ Meile östlich vonSchiumla) am 11. Juni, in welcher das 40,000 M. starke türkische Heer (dar-unter 22 Regimenter neu gebildeter, rcgulairer Truppen) geschlagen und zer-streut wurde. Es verlor 40 Kanonen, sein Lager und das ganze Fuhrwesen.Reschid entfloh über Marasch nach Schiumla, wo er von Diebitsch eingeschlvssenund ostwärts umgangen wurde. Zugleich verlor der Feind die Schifffahrt auf derDonau, indem der General Bar. Geismar am 20. Juni die befestigte StadtRachowa auf dem rechten Donauufer eroberte. Hierauf capitulirte am 30. Junidie wichtige Festung Silistria. Auch hatte sich der russ. Admiral Kumani schonam 28. Febr. der türk. Festung Sizobol im Golf von Burgas, südlich von Varna,bemächtigt, und Hussein Pascha verlor seine besten Truppen, als er diesen wichti-
*) Von diesem berühmten Feldherr» sind folgende Lebensumstände bekannt. Jo-hann Graf von Diebitsch (Karl Hans Friedrich Anton von D.) ist geb. aufeinem Gute bei Trebnitz und Großleipe in Niederschlcsien am 13. Mai 1783. SeinVater, Erb-Grund- und Gcrichtsherr auf Großleipe, war prcuß. Major und Flngelad-jutant des Königs, nahm aber in Folge eines Schreibfehlers, durch den er amtlich alsObristlieutcnant bezeichnet worden war, seinen Abschied und trat unter der Regierungdes Kaisers Paul in russ. Dienste. Sein Sohn Johann ward in dem Cadetlcncorps zuBerlin erzogen. Kaiser Alexander, der 1803 nach Berlin kam, stellte ihn als Lieu-tenant in der russ. Armee an. Im Feldzüge 1812 war Joh. v. D. Oberster und Chefdes Generalstabes bei dem Armeecorps des Grafen Witgenstein. Damals schloß ermit dem preuß. Generallieutenant v. Bork die folgenreiche Capitulation vom 30. Dec.1812. Im folgenden Jahre wurde er zum Generalmajor ernannt und bei dem Feld-marschall, Grafen Barclay de Tolly, als Chef des Generalstabes «»gestellt. — AlsNapoleon nach dem 20. März 1814 nach St.-Dizier sich zog, und die große Armeeihm folgen wollte, war es Diebitsch, der seinem Kaiser vorstcllrc, nach Paris vorzu-dringen und Napoleon durch das Cavaleriecorps des Generals Winzingerode zu täu-schen. Bei der Thronbesteigung des Kaisers Nicolaus half der General D. durchkluge und kräftige Maßregeln die Rebellen zu Paaren treiben. Darauf ward er vondem Kaiser mit einem wichtigen Aufträge zu der kaukasischen Armee gesandt, den ermit vieler Gewandtheit vollzog, indem er dem General Paskewitsch das Commandoüber das abgesonderte Armeccorps übergab. Der Plan des Feldzuges gegen die Tür-ken ward von dem General D. entworfen. Der Kaiser ertheilte ihm und seinen Nach-kommen den Beinamen Sabal kanskoi (Übersteiger des Balkans). Nach dem Ab-schlüsse des Friedens zu Adrianopel erhielt er den St.-Georgen-Orden 1. Classe undward zum Feldmarschall ernannt. Im Juli 1830 hielt sich der Feldmarschall auf sei-nem Familicngute Welkersdorf (in Schlesien bei Löwenberg), wo seine 2 Schwesternleben, eine Zeit lang auf. Graf D. ist klein von Gestalt, aber von starkem Körper-bau, von bräunlicher Gesichtsfarbe und hoher Stirn. Sein Auge ist feurig und stetsbeschäftigt. Er geht mit gesenktem Haupte, und seine ganze Haltung zeigt eine Mi-schung von Lebhaftigkeit, Feuer, gedankenvollem Ernst und von gefälligen militairi-schen Formen.