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Zürich (Stadt)
menheit erreicht; beträchtlich ist auch der Wein-, Obst- und Gemüsebau. Schöneausgedehnte Waldungen befinden sich in verschiedenen Gegenden, die Viehzucht istansehnlich, und von Mineralien gibt es besonders Torf und Steinkohlen. Wichtig« !noch als diese beträchtlichen Erwerbsquellen sind die Fabrikarbeiter«, die sich von der !Stadt über den ganzen Canton ausgebreittt haben. Vor der schweizerischen Revv- !lution waren mit denselben an 50,000 Menschen beschäftigt. Es bestehen an SOengl. Spinnmaschinen, viele Catlundruckereien und Cattunfabriken, auch werdenvon einzelnen viele tausend Stück baumwollene Tücher und Musselin verfertigt; dieSeidenfabriken sind ebenfalls ansehnlich. Die Einw sind deutschen Stammes undbekennen sich, mit Ausnahme zweier Gemeinden, zu der reform. Kirche. Der Ean-ton ist, in Rücksicht seiner Verwaltung, aristo-demokratisch. Die Regierung ist j»den Händen des großen und kleinen Raths. Jener, aus 212 Mitgl. bestehend, gibtdie Gesetze und übt die souveraine Gewalt aus; der kleine Rath, den 25 aus demgroßen Rache gewählte Mitgl. bilden, hat die Vollziehung der Gesetze und entschei-det in letzter Instanz, legt aber dem großen Rathe Rechnung von seiner Verwaltungab. Zwei Bürgermeister führen abwechselnd ein Jahr hindurch den Vorsitz in bei-den Rathen. Über geistliche Angelegenheiten führt der Kirchenrath, über Schul-sachen der Erziehungsrath, beide aus mehren Mitgl. bestehend, besondere Aufsicht.DerCanton ist in IIAmtsbezirke getheilt, deren jedem ein Oberamtmann vorsteht.
Die erste Instanz machen die Friedensrichter. Die Eink- des Eantons betragen über671,800 Schweizcrsranken, die Ausgabe etwas weniger. Zum Bundesheere stellter 3700 M., und sein Geldbeitrag ist 74,453 Schweizers. — Zürich, die 'Hauptst., liegt an der schnell fließenden Limmat, da, wo sie aus dem Zürichers«hcraustritt, in einer überaus angenehmen und fruchtbaren Gegend. Die Limmat,welche im Eanton Glarus entspringt, anfangs die Linth heißt und erst bei Zürichden Namen Limmat erhält, theilt die Stadt in 2 ungleiche Theile, welche durchBrücken verbunden sind. Zürich ist mit Wall und Graben umgeben und hat m1160 H. 11,000 Einw. Unter den öffentlichen Gebäuden zeichnen sich aus: dasgroße Münster, in welchem der Staatsschatz verwahrt und bei welchem ein Chvr-herrenstift ist, das Fraurnmünster, das ansehnliche Rathhaus, das sehr zweck-mäßig eingerichtete Waisenhaus, eins der schönsten Gebäude, die 2 Zeughäuser,das neue Irrenhaus rc. In dem ehemaligen Zunfthause zur Meise hält die Tag-satzung ihre Versammlungen. An dem 1520 gestifteten akadem. Gymnasium oderder Akademie sind 14 Professoren angestellt. Die vom Prof. Usteri 1773 errichteteTöchterschule ist das Muster für andre Anstalten dieser Art geworden. Überhauptgibt es viele Unterrichts - und Erziehungsanstalten, als das politische Institut zurBildung künftiger Staatsmänner, das polytechnische Institut, das medicinisch-chirurgische Institut mit 17 Professoren, das Collegium Humanitatis w. Zürichbesitzt verschiedene literarische Kunst - und andre Sammlungen, z. B. die Stadt-bibliothek nebst dem Münzcabinet und dem Relief von 1 Drittel der Schweiz; diean Handschriften reiche Bibliothek der Chorherren; die physikalische Gesellschaft be-sitzt eine gute Bibliothek, ein Naturaliencabinet und vortreffliche Instrumente;ferner einen Antikensaal, einen botanischen Garten. Auch Privatpersonen (Schinz,Esther, Eeßner u. A.) haben Kunst- und Naturalicnsammlungen. Es gibt Privat-vereinc für wissenschaftliche und patriotische Zwecke. Unter den 4 Buchhandlungenist die von Orcll, Füßli u. Comp, die bedeutendste Vcrlagshandlung, sie unterhaltdie größte, sehr gut eingerichtete Druckerei der Schweiz. Die zürichec Gelehrtenhaben sich unter allen Schweizern am meisten ausgezeichnet. Ulrich Zwingli, zwarnicht in Zürich geb., hielt hier am 1. Jan. 1519 seine erste Predigt und legte hierden Grund zu der Glaubcnsänderung. die sich von Zürich aus weiter in der Schweizverbreitete. Die Namen Bodmcr —als Liberator, weniger als Dichter— undBreitinger (Beide rüstige, literarische Kämpfer gegen Gottsched), Conrad und Sa-