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12 (1830) W bis Z
Entstehung
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559
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I Zucker, Zuckerstoff

! sig des edlen Briten John Howard (s.d.) oft aufgelegtes Werk den Vorzug. (S.

! ! liuch^Über Gefängnisse und Zuchthäuser", im Auszüge a. d. Engl, des Howard,von Koster, Leipz. 1780.) H. dringt auf eine Absonderung der Züchtlinge in Clas-j stn, nach den Graden ihrer Verbrechen und Vergehungen, und auf einen Unterschied! j>, ihrer übrigen Behandlung, z. B. in Ansehung der Kost, der aufcrlegten Arbeiten,

! des Genusses mehrer oder minderer Freiheit ic. Sein Landsmann Macfarlan, unddessen deutscher Herausg. Garve (I. Macsarlan's Untersuchungen über die Ar-muth ic.", a. d. Engl, mit Zusätzen von Garve, Leipz. 1785), stellen eben dies alsdas sicherste Mittel dar, die Einrichtung der Zuchthäuser zu verbessern. Es läßt sichfreilich dagegen einwenden, daß diese gutgemeinten Vorschläge nicht überall aussühr-dar sind. Sehr viel hängt hierbei von dem Charakter und dem Benehmen des Ver-walters oder Vorstehers einer solchen Anstalt ab, und es fehlt nicht an Beispielen,daß die Verfassung, die irgend eine Anstalt dieser Art unter einem ganz dazu geeig-neten Vorsteher hatte, unter seinem minder fähigen Nachfolger in Verfall geriet!).Was von Seiten dcS Religionslehrers für die moralische Besserung der Züchtlingeqelhan werden könne und müsse, hat Wagm'z ins Schrift:Über die moralischeVerbesserung der Zuchthausgefangenen" (Halle 1787), gezeigt. S. auch: Wagniz,Nachrichten und Bemerkungen über die merkwürdigsten Zuchthäuser in Deutsch-land" (2Thle., Leipz. 1791 fg.);Uber Zuchthäuser und Zuchthausstrafen ic.",von C.E.Wächter (Stuttg. 1786); I). Knötzschker:Von Verbannung dcrMis-selhätec zur Bergarbeit" (Leipz. 1795); Just.Gruner'sVersuche über die rechteund zweckmäßige Einrichtung der öffentl. Sicherhritsinstitute, deren Mängel u. Ver-besserung" (Frks. a. M. 1801), und des Hofr. Ristelhuebcr (Dicector der Anstalt)Hist, stalist. Beschreib, des (zweckmäßig eingerichteten) Landarbcitshauses zu Brau-weiler" (ehemal. Abtei, Dorf bei Köln), Köln L828. (Vgl. Gefängnisse.)

Zucker ober Zuckerstoff heißt jede süße, durch die Gährung in Wein-geist und in Essig übergebende, im trockenen Zustande verbrennliche Materie, dieaus Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasserstoff zusammengesetzt ist. Ec zerfällt iwverschiedene Gattungen, dis eigenthümliche Kennzeichen haben. Im Allgemeinentheilt man die Zuckerstoffe in 1) thierische, wozu unter andern der Milchzucker,der Harnzucker und Honig gehören, und 2) vegetabilische, die sich in allen Theilenzuckerhaster Pflanzen finden, und 3) in harten kiystallisicbaren Zucker, der sichbesonders ») im Zuckerrohr, weniger in einigen Baumsäftcn findet, b) in weicheni krystallisirbaren Zucker, der thcils natürlicher, wie der Zuckerstoff der Früchte und! der Mannazuckcr, theils künstlicher ist, wie der Stärkezucker, und c) flüssigen,i nickt krystallisirbaren Zucker, der mit den vorhergehenden Gattungen in denselbenPflanzen, aber auch in vielen allein vorkommt. Der Zuckerstoff war schon imhöchsten Alterthum bekannt, wo man den Honig, wie auch den Saft süßer Früchtezur Bereitung geistiger Getränke und zur Speise benutzte. In Indien und Arabiensammelte man den an der Luft gehärteten Saft des dort wildwachsenden Zuckerrohr«und trieb Handel damit. Man gebrauchte ihn wegen seinerKostbarkeit nur als Arz»

; nei. Schon früh aber, wie es scheint, preßten die Araber das Zuckerrohr aus und! dickten den Saft zu Syrup ein. Die Europäer lernten das Zuckerrohr während derKreuzzügc kennen, das aus Ostindien und Arabien nach Ägypten, Cypern, Kandia^ und Griechenland verpflanzt wurde, und von hier nach Stritten kam, wo cs schonim 12. Jahrh. große Pflanzungen gab. Späterhin wurde es aus Italien nach! Südfrankreich, Madeira (1420) und den canarischen Inseln gebracht. In Süd-' amerika lernte man es erst im 15. Jahrh. kennen, doch ist ungewiß, ob man es da-^ hin verpflanzt oder wildwachsend gefunden habe. Nach der Einführung des Skla-! venhandels ward es auch in Westindien angebaut, welches bald so viel Zucker lie-' ferte, daß es fast die ganze übrige Welt damit versehen konnte, und der Zuckerbau inj Europa einging. In Nordamerika wurde das Zuckerrohr erst im 18. Jahrh. an-