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12 (1830) W bis Z
Entstehung
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Zschokke

steht. Diese Bemühungen sind nichts weniger als eigentliche Kunstwerke, auchmag es der wahrhcitliebende Vers. nie so wichtig damit gemeint haben; sie s,Ha!S jugendliche Ergießungen zu betrachten, in denen das Talent einer blühende»kräftigen Darstellung zum Besten der folgenden, reifem Arbeiten sich sorglos erging. Wöllner lenkte Z., welcher gegen das Religionsedict geschrieben hatte,»«»der akademischen Laufbahn unabsichtlich in die politische durch den Widerstand zwelchen er 1795 seinem Gesuch einer ordentlichen Professur an der frankfuttn 'Hochschule entgegenstcllte. Z. machte nun eine Reise durch Deutschland, di«Schweiz und Frankreich. Wahrscheinlich kam seine freie Lage einem langst g,- §nährten Wunsche entgegen, vielleicht herrschte aber auch eine bestimmtere Adsichauf die Schweiz vor. Auf einer Reife nach Italien wurde Z. von mehren Sei, !tcn so lebhaft angegangen, die Leitung des ehemaligen Seminariums von Marsch 'lins und Haldenstein, damals in Reichenau, zu übernehmen, daß er den vmi- !nigten Wünschen nachgab. Durch ihn und den bewahrten Altbürgermeistei -Tscharner hob sich diese Anstalt schnell und kräftig. Wie sehr das Verdienst deineuen Vorstehers um dieselbe anerkannt wurde, beweist die Ertheilung des Bürgenrechts, womit ihm Rathe und Gemeinden der 3 Bünde öffentlich dankten. Er inwiderte diese republikanische Auszeichnung spater auf eine angemessene Weise durchdie Herausgabe seiner bcifallswürdigenGeschichte Graubündtens". Die StaalS-Umwälzung der Schweiz, durch frühere Ereignisse und Stimmungen mannigfal-tig vorbereitet, brach 1798 aus; die Franzosen drangen ein, mit ihnen kam Ver-wirrung, Unfriede, Leidenschaftlichkeit über das Land. Z. dachte an seine PfliMund an die Unabhängigkeit des Freistaats, dem er näher angehörtc; daraus ent-sprang sein Entschluß, als Freiwilliger gegen die Franzosen zu dienen. Doch derKampf der kleinen Cantonc war schnell entschieden; zugleich wurden die GrenzenGraubündtens von einem franz. und von einem östreich. Heere so gefährlich be- 'droht, daß Z. unter diesem Wechsel der Dinge seinem mannhaften Vorhaben ent- jsagen mußte, besonders da jetzt eine große Tagesangelegenhcit ihn und alle Freundedes Gemeinwesens auf das lebhafteste beschäftigte, nämtich die hochwichtige Frage,ob die Bündter für sich allein stehen oder mit den Schweizern Zusammenhalten soll-ten ? Die Vernunft empfahl das Letztere, die Leidenschaft verlangte das Erstenund drang auch damit durch, trotz des entschlossenen Widerstandes, den Z. undTscharner, in richtiger Erwägung der Verhältnisse und aus Liebe zum allgemeinenBesten geleistet hatten. Die Überspannung machte sich bald darauf Luft in Be-schuldigungen und Ausbrüchen des Versolgungsgeistcs; das kärglich wiedcrherge-stellte, jetzt aufgehobene Seminar wurde ein namhaftes Opfer dieser gewaltthäli-gen Verblendung. Z. und Tscharner, bisher in einem gemeinschaftlichen Wir- !kungskreise glücklich verbunden, sollten noch einige Zeit auf einem großem Schau-platze öffentlich neben und für einander wirken, und zwar in Aarau, dem damali-gen politischen Mittelpunkte der Schweiz, als Deputirte bei den helvetischen undfranz. Behörden. Tscharner, vielleicht nicht gewachsen oder innerlich abgeneigt demDrange der neuen Dinge, zog sich bald zurück und erschwerte dadurch die Last aufZ.'s Schultern, der außerdem, seit dem Einzuge der Östreicher in Bündten, alsDcputirter von seiner bevollmächtigenden Basis völlig abgeschnitten war, einzigund allein auf sich und seine Kraft gestellt. In dem Zustande dieser Vereinzelungwählte ihn Stopfer, der damalige Minister der Wissenschaften, zum Chef für dasDeport, des Schulwesens; kurz darauf wurde er in der Eigenschaft eines bevoll-mächtigten Regierungscommissairs von dem helvetischen Vollziehungs - Dirccto-rium nach Unterwalden geschickt, wo zu den Verwüstungen des Krieges auch nochdie Parteiwuth, die schlimmste aller Geißeln, sich gesellte. Z. fand sich in seineverschiedenartigen Geschäfte schnell hinein; es lebt etwas in ihm von der antiken LGeschicklichkeit und Kraft, die an jeder Stelle leicht einheimisch wird, wohin daS -