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12 (1830) W bis Z
Entstehung
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Zinke Zinn

i Sckmclzofcn angebrachte Schiefertafel, mit einem starken Abhänge aus dem Ofen.

Aufderselben steht der Zinkstein, der das Loch des Ofens verschließt. Der sodann! aus dem Zinkstuhl sich sammelnde Zink wird nachher noch einmal geschmolzen, ge-reinigt und in runde Stöcke gegossen.

Zinke heißt 1) ein zugespitztcr Theil eines Instruments, z. B. einer Gabel;bei den Jagern die Enden am Hirschgeweihe; 2) ein aus Horn oder Holz verfertig-tes, zuweilen mit Leder überzogenes, mit V Löchern versehenes, etwas gekrümmtesBlasinstrument, ohne Stürze mit einem Mundstück, der Trompete ähnlich, undnicht völlig 2 Fuß lang. Es war ehemals gewöhnlicher und wurde besonders ge-braucht, um bei Chören die Partien zu dirigiren und den Discant der Posaunen zu

> f verstärken. Der Umfang des gewöhnlichen Zinken war vom kleinen » bis o. Diel i Stadtpfeifer hießen davon ehemals Stadtzinkenisten. Im Italienischen heißt cs vor->! netto (oornottino), franz. cornet -t bouguin. Die gekrümmte Zinke hat beinahe! dieFigur eines großen lateinischen 8. Beiden Orgeln heißen Zinken die Pfeifen, wel-! che den Ton dieses Blasinstruments nachahmen und zum Schnarcwerkie gehören,j Zinn, ein Metall von bläulich-silberweißer Farbe, starkem Metallglanz und' verschmolzenem Bruch. Das specis. Gewicht ist ^-7. 3; die Härte und Bieg-l samkeit sind gering, doch weit größer als jene des Bleies; es ist klingend, laßt sichi! i„dünne Bleche (Stanniol) schlagen und knirscht beim Biegen. Es ist eins! der leichtflüssigsten Metalle, überzieht sich dabei in reiner Luft mit einer grauen Hauti ^ (Zinnkratze), entzündet sich bei sehr hoher Temperatur und verflüchtigt sich in wciß-! l grauen Dämpfen. Man kennt zweierlei Oxyde oder Kalke, einen grauen und ei-! nm weißen, welche beide zu ihrer Reduktion die höchste Weißglühhütze erfodern.i Das Zinn vereinigt sich mit mehren Metallen, zumal mit Eisen, Kupfer und Blei.

; f Die Legirung von Zinn und Kupfer scheint nach 2 bestimmten Proportionen zu er-^ ^ folgen, welche in dem gewöhnlichen Glocken- und Stückgut mehr oder weniger deut-j lich gemengt sind. — In der Natur kommt das Zinn wenig verbreitet und nur ini 2 Verbindungen vor. Die eine derselben ist der seltene Zinnkies, bestehend aus;! Zinn, Kupfer und Schwefel. Als eigentliches Zinnerz kann nur der Zinn stein;!. oder das natürliche Zinnoxyd angesehen werden. Er findet sich in niedrigeni i quadratischen Prismen mit flachen Pyramiden, gewöhnlich in Zwillingskrystallen,

! j auch derb und eingesprcngt und in zartfaserigcn Massen, als sogenanntes Holzzinn,l Die Farbe ist braun, gelb, grau und weiß, andrerseits auch schwarz; der Glanzdiamantartig, der Bruch uneben und muschlig, die Harte fast gleich der des Quar-zes, das specif. Gewicht — 7. Er kommt im böhmisch-sächsischen Erzgebirge, inCornwall, auf der Halbinsel Malakka und der Insel Banka vor. — Das Zinnerz^ wird, nachdem cs geröstet worden, zcrstust und gewaschen, darauf nochmals gerö-stet und dann entweder in Flamm- oder in Schachtöfen verschmolzen. Das erhal-l - tene Zinn wird nochmals eingeschmolzen. — Man benutzt das Zinn zu sehr dünnen' Platten, Stanniol genannt (zum Belegen der Spiegel, oder gefärbt, zum Belegenandrer Sachen), in der Färberei, zum Glockengut, Stückgut und Bronze, und in! Verbindung mit Blei, weil diese Legirung härter als reines Zinn ist, zur Anferti-(! gung von Gerathen. Das mit einer gesetzmäßigen Menge von Blei versetzte Zinnll! heißt Probczinn. Jedes Zinn, auch das beste, ist nicht ganz frei von Aissenik,s! nicht selten ist es, wie z. B. das englische Stangenzinn, mit Blei versetzt, weßhalbs! man, da das Zinn sich sehr leicht auflöst, nicht solche Speisen, die leicht scharf undd sauer werden, in zinnernen oder verzinnten Gefäßen zubereiten oder lange aufbewah-f > re» darf. Das chemische Zeichen des Zinns ist 2 p. — S. die Monographie diesesi Metalls von Hagen: „Disaort. expanävns atannuiu" (Königsb. 1775, 4.), und! über die chemischen Eigenschaften desselben: Boyen's und Charlard's „Idcwhoroüv«j eiüiuignes snr I'etain" (Paris 1781),