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12 (1830) W bis Z
Entstehung
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517
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Zimmer 517

von gefallenem Vieh verzehren. Indessen läßt sich doch gegen diese DermuthungDas einwenden, daß nicht wohl abzusehen ist, warum diese Kaste gerade ihr Vater-land verlassen und sich durch ganz Europa zerstreut haben soll. Dazu kommt, baßdie Nation der Tschingancn am Ausflusse des Indus, ein räuberisches Volk, we-nigstens dem Namen nach mehr Ansprüche auf Verwandtschaft mit den Zigeunernmacht, und daß sich die Zigeuner selbst Sinke nennen: ein Name, der ohne Zwei-fel mit Sind oder Indus zusammenhängt. Bei ihrer ersten Ankunft in Italiensagten sie selbst, daß sie vom Indus herkämen. Dann hat der Engländer Richard-en vor einiger Zeit eine indische Nation beschrieben, die er Nuts, auch Pentschpiriund Bäsigcrs nennt. Vgl. die Abhandl. über die Ähnlichkeit der Zigeunersprachemit der hindostanischen in den „Iramsaetion» vk tbe lit. »veiet/ ok Lombu^"(1820). Obgleich sie sich zur mohammedanischen Religion bekennen, so sind siedoch durch Sitten und Gebräuche, besonders durch Diebereien, Wahrsagerkünsteund Unreinlichkeit den Zigeunern äußerst ähnlich. 1417 werden die Zigeuner zuerstin Deutschland erwähnt. Sie scheinen aus der Moldau zunächst nach Deutschlandund Italien gekommen zu sein. Damals schon zogen sie in Horden, einen Anführeran der Spitze, umher. Man schätzte die, welche 1418 allein nach der Schweiz ka-men, auf 14,000 M. In Paris liefen sie im 1.1427 herum. Man hielt sie an-fangs für Pilger, die aus dem gelobten Lande kämen, daher schonte man nicht nurihrer, sondern sie erhielten sogar Schutz- und Freibriefe, z. B. von Sigismund1423. Zndcß weiß man, daß sie in später» Zeiten dergleichen Urkunden sehr ge-schickt unterzuschieben wußten. Welche Ursache sie aus ihrem Vaterlande vertrieben,ist nicht ganz klar, doch sehr wahrscheinlich, daß eS die Grausamkeiten waren, dieTamcrlan auf seinem Erobcrungszuge nach Indien 1398 verübte. Vgl. Grell-mann's „Historischer Versuch über die Zigeuner" (2. Ausl., Göttingen 1787),und Joh. v. Müller's „Schweizcrgeschichte", Bd. 3, „Sämmtl. Werke", Th. 21,S. 369 fg.

Zimmer (Patricius Benedict), einer der ausgezeichnetsten kath. Theologen,geb. zu Abtsgemünd den 22. Febr. 1752, studirte zu Ellwangcn und Dillingenschöne Wissenschaften, Philosophie, Theologie und Kirchenrccht. Nachdem er 1775die Priesterweihe erhalten hatte, ward er zu Dillingcn im Studienconvicte Repeti-tor des Kirchenrechts, und 1783 an der dortigen Universität Prof, der Dogmatik.1795 erhielt er seine Entlassung, über deren Ursache ein noch nicht enthülltes Dun-kel liegt. Nach der Äußerung seines Biographen Sailer, welcher damals mit Z.gleiches Schicksal hatte, wird diese Entlassung als Werk deö ängstlichen lichtlosenEifers seiner Gegner angesehen. Eine Zeit lang lebte er nun als Pfarrer zu Stein-heim. Als der 1825 verstarb. König v. Baiem, Maximilian Joseph, zur Regie-rung kam, ward Z. 1799 an die bairische Universität Ingolstadt als Prof. derDog-matik berufen und 1800 mit der Universität nach Landshut versetzt. 1806 wardihm das Lehrfach der Dogmatik abgenommen, vermuthlich weil er sich in einigenseiner Schriften als Anhänger der Jdentitätsphilosophie gezeigt hatte. Nach einemhalbjährigen Ruhestande wurde er jedoch als Lehrer der Archäologie und Exegesewieder angestellt. 1819 und 1820, wo ec das Amt eines Rectors der Universitätbekleidete, wählte man ihn zum Abgeordneten für die zweite Kammer der Stande»Versammlung des Königreichs Baicrn, und die Ständeversammlung selbst ernannteIhn zum Mitglied« der Gesctzgebungscomite, in welcher er als der Älteste den Vor-sitz hatte. Im Oct. 1820 starb er. Er schrieb mehre theologische und philosophi-sche Schriften. Zu den ersten gehören s. „Oise, cke ver» et eoinplet» potestateeevlesiastie» illiusgue »ubjeeti" (Dillingen 1784); „Ibeolo^iae ebristiauuetbeoretieae erstem» eo vexu atguv orckine ckelineatur, guo omniuiu optiwetr-uii explsnsrigue po»»e vicketur" (8eot. I, ebend. 1787); „Veritss ebrist.reiiA.tireoi. «briet. ckoAmaticso 8eot. 1 et 2" (Augsb. 1789 — 90); „kicke»