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12 (1830) W bis Z
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Ziegler >

Zwischenräume auf. Diese gefrieren, dehnen sich aus, und der Ziegel fallt, wen» !das Wasser aufgethauet ist, aus einander. Daher pflegt man in Holland und Eng- fland die gewöhnlichen Ziegel anzustreichen oder mit einer Art Firniß zu überziehe,,damit die Feuchtigkeit nicht eindringen könne. — Ein Haupterfoderniß ist, dasdie Ziegel vor dem Brennen hinlänglich ausgetrocknet seien. Wenn sie inwendignoch feucht sind, so würde das Wasser, durch die Hitze in Dämpfe verwanden,die Masse zum Zerplatzen bringen. Daher trocknet man die an der Luft schon ge-trockneten Ziegel oft noch bei gelindem Feuer, ehe man sie in den Ofen bringt. -Den Zi egelofen macht man ungefähr 12 Fuß hoch, fast ebenso lang und breit.Die Wände, ungefähr 1 Fuß dick, neigen sich nach oben schräg gegen einander.Die Ziegel kommen auf flachen Boden zu stehen und werden, bei jedem Brennenetwa 10—20,000 an der Zahl, mit alten Dachziegeln bedeckt. Dann wird zuerstReisholz angezündet und 2—3 Tage lang ein mäßiges Feuer unterhalten, bis deranfangs schwarze Rauch anfängt durchscheinend zu werden. Dies ist ein Zeichen,daß die Ziegel hinlänglich trocken sind. Nun setzt man das Ofenloch mit Ziegelnund Lehm so weit zu, daß nur noch eine Öffnung zu ein paar Scheiten Holz oder 'zu einem Bündel Reisig übrig bleibt. Dann wird dieser Fcuerstoff hineingebrachl,angezündet, und das Feuer solange verstärkt, bis die Flamme oben aufschlägl, !und die Bogen anfangen weiß zu werden. Nach und nach vermindert man danndas Feuer, und läßt es ungefähr nach 48 Stunden endlich ausgehen. ZnSchweden pflegt man auch Schlacken aus den Eisenhütten unter die ZiegelmHzu werfen, wodurch sie noch viel dauerhafter wird. Man kann auch klein gemah-lene alte Ziegel oder gestoßenes Glas hinzuthun, wodurch d^s Verschlacken beor-dert wird. Die Farbe der fertigen Ziegel beweist nicht immer ihre Güte. Die engl.Ziegel sind hellgelb und etwas bräunlich, welches wahrscheinlich von der Skiiir-kohlenmasse herrührt, die, mit den Eisenkalken vermischt, einen gelben Ocher ver-stellt. Denn Eisen ist in der meisten Ziegelerde. Die Gewalt des Feuers verkalktdies, und es kann nun, nach der Verschiedenheit der beigcmischten Stoffe, man-cherlei Farben geben.— Die Ziegel haben von ihrer Form und ihrem Zwecke ver-schiedene Namen. Ägyptische Luftsteine werden nur an der Luft getrocknet. Bru»-nenziegel und Kesselziegel sind mondförmig; Falz- oder Mauerziegel haben eineparallelepipedische Gestalt; Pflastcrziegel sind 4- oder fleckig und dienen zum Aus-pflastern der Fußböden; Keilzicgel haben eine keilförmige Gestalt; Biberschwänzesind unten rund, oben aber durchlöchert zum Aufnaqeln; Kaffziegel sind sehr breiteBiberschwänze mit einer Öffnung in der Mitte. Hohlziegel sind concave Dachzie-gel zum Decken der Forste. Ochsenmäulcc sind Dachziegel von einer runden, ge-drückten Gestalt. Paßziegel, Pfannenziegel, Schlußziegel sind wie ein gebogen,sehr gut zum Dachdecken, aber sehr schwer von Gewicht. Sehr dauerhaft sindglasurte Ziegel, die in China mit Blei, sonst auch mit Kalk, Gyps oder Flußspalhüberschmolzen werden. KlinkerBacksteine haben einen Zusatz von Kalk und werdenbei sehr starkem Feuer gebrannt; sic sind sebr hart und dauerhaft. Dasselbe giltvon den Mundsteinen oder solchen Ziegeln, die zufällig am Mundloche des Ofens igestanden und einen sehr starken Feuergrad ausgehalten haben. Die Alten kannten ischwimmende Ziegel. Plinius sagt, sie würden in Spanien und Kleinasien auieiner Art Bimsstein gemacht und sänken im Wasser nicht unter. Erst 179 i fandFabroni bei Castcl del Piano, auf der Grenze zwischen Toscana und dem Kirchen-staat, eine Art Bergmehl, welches aus 79 Tbeilen Kiesel, 12Thcilcn Wüsste,wenigem Alaun und noch wenigerm Eisen bestand. Wenn aus dieser Erde Ziegelgebildet wurden, so schwammen sie im Wasser, und cs ist also dadurch Plinius'sAussage bestätigt.

Ziegler (Friedrich Wilhelm), ehemaliger k. k. Hofsckaufpieler in Wien,Thcaterconsulent und Dramaturg, geh. zu Braunschweig 1760, wurde von Io-